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Chrysler-Verkauf entzweit Gewerkschaften

27. Feb 2007 09:50
Arbeiter in einem Chrysler-Werk in Detroit
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Die deutschen und amerikanischen Gewerkschaften wollen über die Zukunft von Chrysler mitentscheiden. Einen Verkauf an GM lehnen sie ab – ansonsten sind die Interessen aber nicht deckungsgleich.

In den Verhandlungen um die Zukunft des angeschlagenen US-Arm von DaimlerChrysler wollen die Gewerkschaften ein gewichtiges Wort mitreden. Die Arbeitnehmer- Vertreter im Aufsichtsrat haben sich schon einmal vorsorglich gegen einen Verkauf an den amerikanischen Konkurrenten General Motors ausgesprochen, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Kreise berichtet.

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In den vergangenen Tagen war über einen solchen Schritt spekuliert worden. DaimlerChrysler würde sich im Gegenzug an GM beteiligen. Als weitere Optionen für die Zukunft von Chrysler würden ein Verkauf an Finanz- oder Brancheninvestoren sowie ein Börsengang in Betracht gezogen. Im Aufsichtsrat von DaimlerChrysler werden neun von zehn Arbeitnehmer-Vertretern von deutschen Gewerkschaften gestellt – nur einer kommt aus den USA.

Die gemeinsamen Interessen der amerikanischen und deutschen Arbeitnehmer- Vertreter bei DaimlerChrysler sind nur sehr gering. Der Präsident der amerikanischen Automobil-Gewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, fordert das Management unlängst auf, vermehrt Mittel der profitablen Sparte Mercedes zu verwenden, um Chrysler aus der Krise zu helfen. Von deutscher Seite heißt es dagegen, die Synergie-Potenziale mit Chrylser seien nicht sehr hoch.

Chinesen wollen Chrysler

Die Liste der Kauf-Interessenten ist derweil wieder etwas länger geworden. Dem «Wall Street Journal» zufolge ist auch der Auto-Zulieferer Magna International an einer Übernahme von Chrylser interessiert. Erst Kontakte soll es schon mit Vertretern der amerikanischen Automobil- Gewerkschaft gegeben haben. Die Beteiligten wollten sich auf Nachfrage aber nicht dazu äußern – auch DaimlerChrysler lehnte einen Kommentar ab.

Dem Vernehmen nach hat auch der chinesische Auto-Konzern FAW Interesse an Chrysler. Es sei allerdings nicht klar, ob die Chinesen nur einen Anteil oder die komplette Sparte der DaimlerChrysler AG erwerben wollten, hieß es in einem chinesischen Medienbericht. Der Konzern habe Vertreter in die USA gesendet, um über eine Transaktion zu verhandeln.

Der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler wollte am Dienstag in Stuttgart zu Beratungen zusammenkommen. Dabei dürfte die Lage bei der US-Sparte eine wichtige Rolle spielen. Über die Zukunft von Chrysler wird seit Wochen spekuliert. Konzernchef Dieter Zetsche hatte kürzlich angesichts der hohen Verluste von Chrysler gesagt, keine Option sei ausgeschlossen. Fest geplant ist bislang lediglich, dass bei Chrysler 13.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. (nz)

 
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