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Autobranche als «rückwärts gewandt» gegeißelt

22. Feb 2007 12:25
Klaus Franz
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Der Chef des GM-Europa-Betriebsrats sieht EU-Umweltauflagen für Autohersteller nicht als Gefahr - ganz im Gegenteil. Die europäischen Hersteller müssten sich nicht hinter Toyota verstecken.

Der europäische Betriebsrat von General Motors (GM) hat die Warnung der Autohersteller, Umweltauflagen der EU gefährdeten die Wirtschaft, als «rückwärts gewandten Lobbyismus» gegeißelt. «Zuerst wollten die Konzerne den Katalysator verhindern, dann sperrten sich deutsche Firmen gegen Rußfilter für Diesel», sagte Betriebsratschef Klaus Franz der «Frankfurter Rundschau». «Letztlich haben andere Konzerne die Technologie nach vorn gebracht und den Deutschen die lange Nase gezeigt.»

Ökoauflagen als Job-Garantie

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Franz sagte, die Arbeitnehmer in der Autoindustrie müssten nicht fürchten, dass strenge EU-Vorgaben zum Bau schadstoffärmerer Wagen ihre Jobs gefährden. «Bisher hat jede moderne Technologie zur Arbeitsplatz-Sicherheit beigetragen, das gilt für den Katalysator ebenso wie für den Partikelfilter. Jobs werden gefährdet, wenn man neue Entwicklungen verschläft.» Daher hätten die Beschäftigten der Branche ein großes Interesse am Klimaschutz.

Statt sich gegen ökologische Neuerungen zu sperren, sollten die Hersteller um die besten Lösungen wetteifern. Zurzeit kämpften die Unternehmen um die billigsten Arbeitskräfte. Die europäischen Autos müssten sich allerdings nicht hinter Japanern – vor allem Toyota – verstecken, meinte Franz. «Toyota hat ein geniales Marketing.» Aber der durchschnittliche Flottenverbrauch von Toyota liege bei 163 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer, «bei Opel sind es nur 158 Gramm».

Kein «Viagra in Chrom»

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Zudem forderte Franz die Konzerne dazu auf, die Werbung für ihre Produkte zu ändern. «Viele Hersteller preisen ihre Autos als Viagra in Chrom», kritisierte Franz, der zugleich Vorsitzender des Betriebsrats von Opel und Vizechef im Aufsichtsrat ist. «Wir brauchen aber keine Fahrzeuge als Pseudo-Potenzmittel.»

Weiter forderte Franz eine Abkehr der Auslagerung in ferne Länder. Viele Komponenten würden in Osteuropa gefertigt und dann im Just-in-Time-Prinzip zu den deutschen Autofabriken gefahren. «Die Autobahn wird so zum Lager umfunktioniert, das ist umweltschädlich und teuer», bemängelte der Betriebsratschef. «Die Zulieferindustrie muss deshalb wieder an die Autofirmen heranrücken.» Das Argument höherer Arbeitskosten in Deutschland lässt Franz dabei nicht gelten: «Das Herumkutschieren kostet auch Geld.» (nz)

 
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