21.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Harry Roels
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Gerüchte haben sich bestätigt: Bei RWE kommt es Anfang kommenden Jahres zu einem Wechsel an der Konzern-Spitze.
Der Energiekonzern RWE
wird den Anfang 2008 auslaufenden Vertrag von Vorstandschef Harry Roels nicht verlängern. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Essen mitteilte, wurde auch schon ein Nachfolger gefunden. Jürgen Großmann soll das Amt von Roels am 1. Februar 2008 übernehmen. Ihm gehört das konzernunabhängige Stahlwerk Georgsmarienhütte.
Zu den Hintergründe äußerte sich der Energiekonzern zunächst nicht. Über einen Rauswurf von Roels bei RWE wurde schon seit mehreren Tagen spekuliert. Roels, der seit 2003 als erster Ausländer an der RWE-Spitze steht, war trotz guter Ergebnisse und steigender Aktienkurse in die Kritik geraten. Dabei sei ihm vorgeworfen worden, keine langfristige Strategie für RWE entwickelt und das Unternehmen durch hohe Barreserven zum Übernahmekandidaten gemacht zu haben.
Nachfolger Großmann hatte sich Ende vergangenen Jahres aus der operativen Führung seiner Stahl-Gruppe, der Georgsmarienhütte-Holding in Hamburg, zurückgezogen. Im Mai 2006 war der mit sehr guten Kontakten in die Politik ausgestattete Manager auf Empfehlung von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in den Aufsichtsrat des VW-Konzerns
eingezogen. Großmann halte sich derzeit im Ausland auf, sagte eine Georgsmarienhütte-Sprecherin.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) kritisierte den Führungswechsel bei RWE. «Das ist eine überraschende Entscheidung, ein Energiemanager wäre mir lieber gewesen», sagte er dem «Handelsblatt». «Es ist mir nicht plausibel, wie Herr Großmann neue Visionen für RWE entwickeln kann.» Die Entscheidung sei «typisch für RWE», fügte er hinzu. Sie zeige, dass die Kommunen sich bei RWE zurückziehen müssten, damit RWE zu einem «normalen Unternehmen» werden könne. (nz/dpa)