Google in Belgien ohne News
13.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dem stimmte am Dienstag ein Gericht in Brüssel auch in zweiter Instanz zu. Google müsse sämtlichen belgischen Nachrichten-Content von seiner Website nehmen, befanden die Richter. Zudem müsse der US- Suchmaschinenbetreiber für die Urheberrechtsverletzungen täglich 25.000 Euro zahlen. Damit senkte das Gericht die im vergangenen Jahr festgesetzte Geldstrafe von einer Million Euro am Tag.
Die Richter erklärten, für eine Verwendung belgischer Pressetexte im Sinne von Google News die Nachrichten-Site übernimmt die mit dem Artikel verlinkte Schlagzeile sowie die ersten Zeilen des Textes gebe es «keine Ausnahme» im belgischen Urheberrecht. Der Streit drehte sich vor allem um Cache-Links von Google, die zu älteren Artikeln führen - diese sind bei den betroffenen Zeitungen mittlerweile nur noch im kostenpflichten Archiv auffindbar.
Damit gewann Copiepresse, der französisch- und deutschsprachige Zeitungen in Belgien vertritt, erneut gegen Google. Schon im vergangenen Jahr hatte das US-Unternehmen verloren und war darauf in Revision gegangen. Eine Google-Sprecherin sagte, das Unternehmen sei «enttäuscht» und werde das Urteil erneut anfechten. Man halte Google News für «vollständig legal». Zudem tue Google News den Zeitungen einen Gefallen, indem es ihnen über die Website Klicks generiere.
2005 hatte auch die französische Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) gegen Google geklagt, weil die Site auf Inhalte von AFP verlinkt hatte. Im vergangenen Jahr verschob die US-Suchmaschine wegen eines ähnlichen Streits in Dänemark den Start einer dänischen Version von Google News. (nz)

