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Mathias Döpfner hat keinen Avatar

12. Feb 2007 10:49
Diese Avatare sind nicht Springer-Chefs
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Der Springer-Konzern ist für die Digitalisierung gut aufgestellt, sagt Vorstandschef Döpfner. Vom Print lassen will er deshalb aber noch lange nicht: «Bild» könnte teurer werden.

Für Springer-Chef Mathias Döpfner hat die Digitalisierung des Medienkonzerns Priorität – sogar noch vor der Internationalisierung. Letzteres biete zwar «großes Wachstumspotenzial», sagte Döpfner in einem Interview mit dem «Handelsblatt». Zugleich sei aber die Digitalisierung «von existenzieller Bedeutung für die Zukunft», stellte der Vorstandsvorsitzende klar.

Döpfner selbst hat den Schritt allerdings noch nicht gewagt, wie er freimütig einräumt: Obwohl sein Unternehmen mit einem wöchentlichen Ableger der «Bild»-Zeitung in der virtuellen Spielewelt «Second Life» aktiv ist, sucht man dort vergebens nach einem elektronischen Alter Ego Döpfners: Er habe im «Real Life» so viel zu tun – «mir fehlt die Zeit zum Leben als Avatar».

«Genau die richtige Strategie»

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Mit der Betonung der Digitalisierung der Springer-Gruppe vor der Internationalisierung akzentuiert der Vorstandschef die Ausrichtung des Medienkonzerns neu – nach dem Scheitern der Übernahme der TV-Gruppe ProSiebenSat1 hatte er beide Entwicklungen noch gleichberechtigt genannt. Allerdings hat Springer inzwischen einiges getan, was das internationale Geschäft angeht. So ist das Unternehmen bei polnischen und türkischen Fernsehsendern eingestiegen. Künftig könne es mit «vielen kleinen Wachstumsschritten durch Zukäufe» in diese Richtung weitergehen, deutete Döpfner an.

Im Internetgeschäft habe Springer nach dem Platzen der New-Economy-Blase 2001 richtig reagiert, befand Döpfner: Das Unternehmen habe sich auf einige Projekte wie «Bild-T-Online» konzentriert und so «weniger Geld verloren» als andere Branchenfirmen. Jetzt sei Springer «gut aufgestellt»: «Wie sich zeigt, war das genau die richtige Strategie.»

«Langfristig wird alles teurer»

Will Marken und Leserschaft mit ins Internet nehmen: Mathias Döpfner Foto: dpa
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Allerdings warnte Döpfner davor, das analoge Zeitalter «vorzeitig» zu Grabe zu tragen: «Wir verdienen mit neuen Zeitungen und Zeitschriften schneller Geld denn je und mit Traditionsblättern mehr Geld denn je», stellte er klar: «Printjournalismus hat Zukunft.» Für die Digitalisierung sei indes «entscheidend», «ob es gelingt, unsere Stärken – also Marken, inhaltliche Kompetenz und die Treue der Zielgruppen – ins Geschäftsmodell der digitalen Welt zu übertragen». Er sei «da optimistisch», sagte Döpfner der Wirtschaftszeitung.

Sorgen macht sich der Verlagschef auch nicht um die Auflage des Boulevardblatts und Geldbringers, der «Bild»-Zeitung – obwohl die Auflage seit längerem zurückgeht. Die Konkurrenten verlören noch mehr, hielt Döpfner dem entgegen. «Deshalb gewinnt 'Bild' an Marktanteilen. Und: Die Leserschaft von 'Bild' verjüngt sich» – was das Blatt «für Anzeigenkunden attraktiver» mache.

Außerdem sieht Döpfner «Raum für regelmäßige Preiserhöhungen» bei der Zeitung, die momentan für 50 Cent verkauft wird: Im internationalen Vergleich sei das Blatt «deutlich preiswerter», argumentierte Döpfner. «Konkret ist nichts geplant», stellte der Vorstandschef klar. «Aber langfristig wird alles teurer.» (nz)

 
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