Napster ruft zum Boykott von Apple auf
09.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Hintergrund ist, dass der eigene Kopierschutz von Apple namens «Fairplay» mit anderen MP3-Playern als dem iPod nicht kompatibel ist. Damit laufen beim Apple-Onlineladen iTunes erworbene Lieder nicht auf anderen Geräten. Umgekehrt laufen aber auch Stücke, die beispielsweise bei Napster gekauft wurden, nicht auf dem iPod denn auch Napster stattet seine Lieder mit einem DRM-Kopierschutz aus. Napster-Lieder laufen aber auf so gut wie allen anderen Playern.
Deshalb kritisierten auch die deutschen Phonoverbände den Vorstoß von Jobs als «durchsichtig wie scheinheilig». Apple solle lieber dafür sorgen, dass sein Kopierschutz «seinem Namen auch gerecht wird». Apple lehnt es aber ab, sein DRM-System für andere Anbieter zu öffnen: Wenn Apple die Betriebsgeheimnisse um «Fairplay» mit anderen Firmen teile, würden diese Informationen schnell im Internet landen und die Technologie völlig außer Kraft setzen, argumentierte Jobs.
Napster schreibt aber nach wie vor rote Zahlen. Im Quartal von Oktober bis Dezember 2006 sank der Nettoverlust allerdings auf 9,5 Millionen Dollar oder 22 Cent je Aktie nach einem Verlust von 17 Millionen Dollar oder 40 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 28,4 Millionen Dollar. Mit den Ergebnissen übertraf Napster die Erwartungen der Analysten.
Napsters Ziel sei es, «Musikliebhaber anzusprechen», so Maul. Der Vorteil der Plattform liege darin, dass man neue Musik entdecken könne, ohne für jedes Lied einzeln zahlen zu müssen oder sich über 30-sekündige Hörproben ein Bild machen zu müssen.
Napster war einer der Vorreiter beim «Peer-To-Peer»-Datentausch über das Internet, musste aber 2001 nach einer Reihe von Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen schließen. 2002 kaufte der Software-Hersteller Roxio die bankrotte Tauschbörse und betreibt sie seit 2003 als legalen Dienst. (nz)

