09.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bei EMI unter Vertrag: die Beatles
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
EMI arbeitet heimlich an einer Revolution in der Musikbranche: Das gesamte Programm könnte demnach künftig im MP3-Format verkauft werden - ohne jeglichen Kopierschutz.
Der Vorstoß von Apple-Chef Steve Jobs, auf einen Kopierschutz bei online verkaufter Musik komplett zu verzichten, wird in der Musik-Branche nicht vehement angelehnt. Die britische EMI führt nach einem Bericht des «Wall Street Journal» schon seit Dezember 2006 geheime Verhandlungen mit verschiedenen Download-Plattformen im Internet.
EMI bietet demnach an, das gesamte Musikprogramm künftig im MP3-Format anzubieten. Auf einen Kopierschutz würde dann komplett verzichtet. Die Verhandlungen seien schon in einem fortgeschrittenem Stadium, könnten aber jederzeit auch scheitern, heißt es. Der weltweit Drittgrößte der Branche wollte die Spekulationen nicht kommentieren.
Bewegung in der BrancheKäme es zu einer solchen Übereinkunft, könnte diese die Musikindustrie revolutionieren. Die Branche machen seit Jahren schrumpfende Gewinne zu schaffen. Der Umsatz mit online verkaufter Musik kann den Rückgang bei klassischen CDs nicht auffangen.
EMI ist mit seinen Überlegungen zum Kopierschutz nicht allein: Mehrere andere Musik-Konzerne denken über ähnliche Schritte nach sind aber noch nicht in so weit reichenden Verhandlungen wie die Briten. Warner Music zum Beispiel bezeichnete einen effektiven Kopierschutz immer noch als «essenziell» im Kampf gegen illegale Kopien.
Bisher war es jedoch gerade der EMI-Konzern, der neuen Vertriebsformen eher skeptisch gegenüber stand. So haben die Briten als einzige der großen vier Musikkonzerne noch keine Kooperation mit dem Videoportal Youtube geschlossen.
Verhandlungen seit DezemberEinen ersten Vorschlag hatte EMI den Musik-Anbietern im Internet schon im Dezember unterbreitet. Der Konzern forderte damals jedoch eine einmalige Zahlung in Millionenhöhe als so genannte Risiko-Prämie, Sie sollte nicht mit künftigen Umsätzen verrechnet werden. Die Verhandlungspartner haben sich auf einen solchen Deal aber nicht eingelassen.
Der neue Vorschlag von EMI sieht jetzt eine Vorabzahlung der Musik-Anbieter vor. Wie hoch diese ausfallen könnte, ist noch nicht ausgemacht, der Vorschlag wurde erst am Donnerstag unterbreitet.
Jobs macht den AnfangErst vor wenigen Tagen hatte Apple-Chef Steve Jobs mit seinem Vorstoß für Aufregung in der Branche gesorgt. In einem im Netz veröffentlichten Essay schlug Jobs vor, auf einen Kopierschutz komplett zu verzichten. Auch Audio-CDs würden ohne Schutz verkauft, so seine Argumentation. Kritiker warfen Jobs vor, mit seinen Vorschlägen lediglich von seinen eigenen Problemen abzulenken.
Apple ist gerade in Europa wegen seines Geschäftsgebarens in der Kritik: Apples Kopierschutz «Fairplay» ist mit anderen MP3-Playern als dem iPod nicht kompatibel. Verbraucherschützer fordern deshalb, dass Apple seinen Schutz für andere Anbieter öffnet - was Apple jedoch vehement ablehnt. (nz)