Apple-Chef verlangt Aus für Kopierschutz
Die gängigen Anti-Piraterie- Systeme der Onlineshops könnten illegales Kopieren ohnehin nicht verhindern, heißt es in dem Schreiben, das in der Nacht zum Mittwoch auf der Web-Site von Apple veröffentlicht wurde. Außerdem verkaufe die Musikindustrie den Großteil ihrer Produkte ohne Kopierschutz auf CD.
In einer Welt ohne DRM könne jeder Player Songs aus jedem Laden abspielen, und jedes Online-Geschäft könne Musik verkaufen, die auf jedem Player liefe, fabuliert Jobs. «Das ist sicherlich die beste Alternative für die Verbraucher. Und Apple würde dies sofort begeistert annehmen.»
Für Apple ist es jedoch letztlich egal, ob die Musik geschützt ist oder nicht, denn ein Abspielgerät - wie den iPod - braucht der Kunde in jedem Fall. Der Umsatz mit online verkaufter Musik ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Wachstumsrate hat aber mittlerweile nachgelassen und konnte den Rückgang bei der Zahl verkaufter CDs nicht ausgleichen.
In dem 1800 Wörter langen Essay «Gedanken über Musik» wendet sich Jobs gegen den Vorschlag, den Apple-Kopierschutz an andere Hersteller von Musikplayern zu lizenzieren: Wenn Apple die Betriebsgeheimnisse rund um «Fairplay» mit anderen Firmen teile, würden diese Geheimnisse schnell im Internet landen und die Technologie völlig außer Kraft setzen.
Jobs forderte die Europäer auf, den Wunsch nach einer Öffnung des Online-Musikmarktes an die Musikfirmen heranzutragen: Der größte der vier Majors, Universal, wird durch die französische Vivendi kontrolliert, EMI ist britisch und SonyBMG gehört zur Hälfte dem deutschen Bertelsmann-Konzern. «Wenn (die Musikfirmen) überzeugt werden, ihre Musik an Apple und andere ohne DRM zu lizenzieren, wird einen wirklich freien und vollständig kompatiblen Marktplatz schaffen.» (nz)

