Apple verspottet «Vista» mit PC-OP
06. Feb 2007 11:36
 |  Werbekampagne von Apple gegen PC und Vista | Foto: apple.com |
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Apple macht sich in neuen Werbespots über PC und «Windows Vista» lustig. Die neue Werbeoffensive hat Apple auch nötig: Demnächst soll das neue eigene Betriebssystem kommen - doch alles spricht über Microsoft.
Von Matthias BreitingerEin älterer Mann in einem OP-Hemd, Microsoft-Gründer Bill Gates nicht ganz unähnlich, erzählt einem hip gekleideten jungen Mann, dass ihm jetzt eine größere Operation bevorstehe: das Upgrade zum Betriebssystem «Vista». Dann schlendert er davon und ruft dem jungen Mann noch hinterher, er könne seine Peripherie-Geräte haben, falls er nicht wiederkomme.
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Amateur-Video bei Youtube, ist ein aktueller Werbespot von Apple in den USA. Der junge Mann steht natürlich für den Mac-Computer des US-Konzerns, der etwas unbeholfene Ältere mit dem leichten Bauch für einen klassischen PC. Mit den beiden Figuren wirbt Apple schon seit längerem, um PC-Benutzer von den Vorzügen der eigenen Rechner zu überzeugen.
Warum nicht gleich einen Mac kaufen?
Auch auf der Apple-Homepage kommen die beiden Männer wieder zum Einsatz, sie stehen neben einem kurzen Text: «Warum zu Vista upgraden, wenn Sie darüber hinaus upgraden können?» Gemeint ist, statt «Vista» sich gleich einen neuen Mac zu kaufen. Das Hauptproblem des neuen Microsoft-Produkts liegt nämlich in seinen hohen Systemanforderungen: Viele nur etwas ältere Rechner sind damit überfordert, und User müssten dann sowieso einen neuen PC kaufen.Damit attackiert Apple das neue Microsoft-Betriebssystem, das erst am Dienstag vergangener Woche mit einer großen Feier der Öffentlichkeit präsentiert wurde, direkt. In der Werbeoffensive erklärt Apple, dass es beim Mac schon lange gebe, was «Vista» erst jetzt zu bieten habe. Darauf haben allerdings auch Mac-User und Analysten schon hingewiesen.
Werbetrommel für «Leopard» rühren
Apple hat seine Werbeoffensive dringend nötig: Derzeit steht «Vista» im Mittelpunkt – über «Leopard», die verbesserte Version des Apple- Betriebssystems Mac OS X, die im Frühjahr auf den Markt kommen soll, spricht momentan kaum jemand. «Die Last des Marketings liegt nun bei Apple», sagt deshalb auch Technik-Analyst Tim Bajarin.
 |  Steve Jobs | Foto: AP |
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Tatsächlich hat Apple bisher nicht viel über die Inhalte der neuen OS-X-Version durchblicken lassen. Als Apple-Chef Steve Jobs im Sommer 2006 das Produkt ankündigte, sagte er sogar explizit, dass er einige neue Schlüsselfunktionen von «Leopard» nicht präsentieren wolle aus Angst, Microsoft könnte versuchen, diese Tools in «Vista» einzubauen. Bekannt ist: «Leopard» wird mit einem neuen Datensicherungs-Tool namens «Time Machine» aufwarten. Ferner werden E-Mail-Funktionen und das Video-Messenger-Programm iChat runderneuert.Analysten, die schon einmal mit «Leopard» experimentieren durften, sollen jedenfalls beeindruckt gewesen sein. Nur: Noch wissen die Kunden zu wenig über «Leopard», wie Bajarin betont. «Apple muss jetzt die Gelegenheit beim Schopf greifen und die Aufmerksamkeit auf 'Leopard' ziehen.» Immerhin hat auch Apple mit einer ähnlich großen Show für Publicity gesorgt wie Microsoft bei der «Vista»-Präsentation – dabei ging es allerdings um das neue iPhone.
Warnung an iPod-Nutzer
Zudem hat Apple, um Microsoft Wind aus den Segeln zu nehmen, sogleich darauf hingewiesen, dass «Vista» mit dem Apple-Musikdownloadprogramm iTunes nicht kompatibel sei, und den iPod-Nutzern geraten, ihre PC zunächst nicht auf «Vista» umzustellen, bis die Probleme gelöst seien. Microsoft reagierte darauf mit der Mitteilung, das Unternehmen arbeite mit Partnern – darunter Apple – an dem Problem. Allerdings war das Interesse an «Vista» zunächst ohnehin nur sehr verhalten.Unklar ist, ob die Apple-Werbung mit den beiden Männern eine direkte Wirkung auf den Mac-Absatz hat, aber Analysten weisen zumindest darauf hin, dass die Kampagne die Aufmerksamkeit verstärkt auf Apple gezogen habe. Blogger, die sich selbst als Windows-Nutzer bezeichnen, fanden die Werbespots jedenfalls sehr unterhaltsam.