01.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Maschine von Delta Air Lines
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Konsolidierung der Luftfahrtbranche in den USA gerät ins Stocken: US-Airways gibt den Kampf um Delta auf - auch das aufgestockte Angebot konnte die Gläubiger nicht umstimmen.
Die US-Fluggesellschaft US-Airways gibt sich geschlagen: Sie hat ihre feindliche Übernahmeofferte für den angeschlagenen Konkurrenten Delta Air Lines zurückgezogen. Die Gläubiger von Delta hätten dem auf zehn Milliarden Dollar aufgestockten Angebot ihre Unterstützung verweigert, wie das «Wall Street Journal» am Donnerstag berichtete.
Die Fluggesellschaft hatte den Gläubigern bis 1. Februar Zeit eingeräumt, sich doch noch für das erst am 10. Januar verbesserte Angebot zu entscheiden. Das erste Gebot von 8,6 Milliarden Dollar hatte Delta bereits im Dezember offiziell abgelehnt. US-Airways hofft dennoch ausreichend gewappnet zu sein, um auch ohne die Übernahme des größeren Konkurrenten im Wettbewerb bestehen zu können. Die Eingliederung der kleineren Airline America West bereitet dem Konzern nach wie vor Schwierigkeiten.
Delta will es alleine schaffen Die Konsolidierung liege durch die geplatzte Fusion erst einmal auf Eis, sagte ein Analyst von Standard & Poor's dem «WSJ». Er rechne aber damit, dass es in ein oder zwei Jahren wieder Fusionsgespräche geben werde. Solange Delta noch unter Gläubigerschutz stehe, werde es keine Übernahmegespräche mehr geben, zitierte das Blatt dagegen aus Unternehmenskreisen.
Die Hoffnung der drittgrößten Airline Delta ruht vor allem auf dem deutlich gesunkenen Ölpreis und der guten Auslastung seiner Maschinen. Diese Entwicklung mache einen Zusammenschluss mit einem Konkurrenten derzeit wenig attraktiv, begründete Delta seinen Widerstand. Außerdem könnte die bereits eingeleitete Restrukturierung und Kostensenkungen dazu beigetragen, den Gläubigerschutz als gesundes und wettbewerbsfähiges Unternehmen im Frühjahr 2007 zu verlassen. Delta will schon im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.
Es geht wieder aufwärtsIn der krisengeschüttelten US-Luftfahrtbranche herrscht zudem wieder Optimismus: In 2006 sollen sich die Gewinne auf insgesamt zwei bis drei Milliarden Dollar belaufen. In den Jahren 2001 bis 2005 häuften die Unternehmen vor allem aufgrund hoher Treibstoffkosten, Überkapazitäten und einer harten Konkurrenz durch Billiganbieter - milliardenschwere Verluste an. Zusätzlich hatten die mit Flugzeugen ausgeführten Terror-Anschläge von New York und Washington am 11. September 2001 die Branche belastet. (nz)