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Auto-Bosse fürchten CO2-Grenzwert

27. Jan 2007 14:16
Auto-Abgase
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Klimaschutz killt nach Ansicht der deutschen Autohersteller Arbeitsplätze. Die Branche will mit einem Brief an die EU-Kommission einen verbindlichen CO-Grenzwert verhindern.

Die Chefs der fünf großen deutschen Automobilhersteller haben in einem Brief an die EU-Kommission vor dem Verlust von Arbeitsplätzen in Europa gewarnt, sollte Brüssel den Grenzwert für den CO2-Ausstoß auf 120 Gramm pro Kilometer festsetzen.

Die EU-Kommission greife nachhaltig in die Zukunft der deutschen Automobilindustrie ein, heißt es in dem Brief, den Norbert Reithofer von BMW , Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes, Opel-Chef Hans Demant, Martin Winterkorn von Volkswagen und Dieter Zetsche von DaimlerChrysler unterzeichnet haben. Es drohten schwerste Verwerfungen in der Automobil- und Zulieferindustrie, zitierte die «Bild am Sonntag» aus dem Schreiben.

Geschwächte Standorte

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Die Pläne bedeuteten eine massive industriepolitische Intervention zu Lasten der gesamten europäischen, aber im Besonderen der deutschen Automobilindustrie, heißt es in dem Schreiben weiter. Durch diese gravierende Verzerrung des Wettbewerbs würden zahlreiche Standorte in Europa massiv geschwächt. Eine Abwanderung zahlreicher Arbeitsplätze bei den Automobilherstellern, wie auch in der Zulieferindustrie aus Deutschland und anderen Produktionsstandorten in Europa wäre die unmittelbare Folge, fürchten die Auto-Manager.

1998 hatte die europäische Autoindustrie sich verpflichtet, bis 2008 den CO2-Ausstoß von Neuwagen auf 140 Gramm pro Kilometer zu reduzieren. Derzeit liegen beispielsweise die deutschen Hersteller deutlich darüber: Laut Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) stoßen Neufahrzeuge der deutschen Hersteller im Schnitt 170 g pro Kilometer aus.

Politischer Streit

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hatte jüngst eine gesetzliche Regelung angekündigt, mit der die Autohersteller EU-weit verpflichtet werden sollen, den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer zu vermindern. Das entspräche laut BUND etwa einem durchschnittlichen Verbrauch von fünf Litern Benzin oder 4,5 Diesel auf 100 Kilometern.

Diese Regelung ist aber auf EU- und Bundesebene umstritten. EU-Industriekommissar Günter Verheugen setzt anders als Dimas auf eine freiwillige Regelung der Industrie. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lehnt gesetzliche Regelungen ab. Bundesumweltminster Siegmar Gabriel (SPD) befürwortet dagegen verbindliche Grenzwerte. (nz)

 
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