Müller sagte am Donnerstag erneut, Hartz übernehme die strafrechtliche Verantwortung. Er habe Missbrauch und strafbares Verhalten in Kauf genommen und Kontrollen abgeschafft. Hartz habe aber von seinem Vorgänger kein «System» übernommen und trage daher selbst die Verantwortung. Der damalige Vorstandschef und heutige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe von den Sonderbonus- Zahlungen nichts gewusst. Sie seien alleine die Idee von Hartz gewesen.Die Sonderboni seien nicht in den Personalakten Volkerts aufgetaucht. Volkert habe eine Gehaltserhöhung gefordert, weil er sich im Vergleich zu Mitarbeitern des damaligen VW-Einkaufschefs und «Kostenkillers» Jose Ignacio Lopez deutlich unterbezahlt fühlte. Hartz war im Juli 2005 im Zuge der Affäre um Korruption, Lustreisen und Sexpartys auf Firmenkosten zurückgetreten. Sein Prozess ist erst der Beginn der juristischen Aufarbeitung des Skandals, der den Wolfsburger Konzern erschüttert hatte. Weitere Prozesse sind zu erwarten.
Die Staatsanwaltschaft forderte unterdessen eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung. Außerdem soll Hartz nach dem Willen der Anklage 576.000 Euro Geldstrafe zahlen. Der Anwalt von Hartz sagte, er trete dem Antrag nicht entgegen. Hartz selbst äußerte sich nicht. Damit halten Staatsanwaltschaft und Verteidigung in ihren Plädoyers die zu Prozessbeginn geschlossenen Absprache mit Hartz über die Strafhöhe ein. (nz)