Im Volkert-Verfahren «wird es rund gehen»
24.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Schon nach dem ersten Prozesstag gegen den ehemaligen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz schien alles klar. Über seinen Anwalt ließ Hartz verlesen: Er sei «Initiator» von Missbrauch gewesen. Heute bedaure er sein Fehlverhalten und übernehme dafür die strafrechtliche Verantwortung.
Er habe den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert begünstigt und angeordnet, ihn aufgrund seiner wichtigen Rolle «großzügig» zu behandeln. Der in 44 Fällen wegen Untreue Angeklagte Manager ist also geständig und bekommt deshalb wahrscheinlich nur eine Bewährungsstrafe.
Dazu wurden die bisherigen Zeugenaussagen mit dem Geständnis von Hartz verglichen. «Daraus haben sich die Fragen ergeben, die am 17. Januar an Hartz gerichtet worden sind», sagt Groß. Am Donnerstag muss die Verteidigung dazu Stellung beziehen. Ein Knackpunkt ist das Verhältnis zwischen Volkert und Hartz. Hat Volkert mehr Geld verlangt, oder hat Hartz ihn letztlich mit Sonderboni bestochen und so auf Vorstandskurs gebracht?
Entsprechend «verwundert» sei das Landgericht über diese Aussage von Hartz, sagt Groß. Piech sei aber nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens, betont er geflissentlich und fügt gleichzeitig an: Es sei aber schon von Relevanz, «wer was losgetreten hat».
Sollte Hartz am Donnerstag zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldbuße verurteilt werden, ist das Verfahren um die so genannte Lustreisen-Affäre noch längst nicht beendet. Das Hauptverfahren gegen Volkert, dessen Beginn noch nicht feststeht, wird nicht so schnell und unspektakulär verlaufen: «Dann wird es keine Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft und Angeklagtem geben», heißt es in mit dem Verfahren vertrauten Kreisen. «Da geht es rund.» Man dürfe nicht immer nur auf Hartz schauen «Wer weiß, was es noch für Überraschungen geben wird.»

