netzeitung.deBahn weist Kritik an Krisenmanagement zurück

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Kölner Hauptbahnhof (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kölner Hauptbahnhof
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Nach Ansicht der Deutschen Bahn gab es zu der Betriebsstillegung während des Orkans «Kyrill» keine Alternative. Die Entscheidung sei zum richtigen Zeitpunkt gefallen.

Die Deutsche Bahn hat Kritik an ihrem Krisenmanagement im Zusammenhang mit Orkantief «Kyrill» zurückgewiesen. Bei der Einstellung des kompletten Bahnverkehrs am Donnerstag sei es am wichtigsten gewesen, sicherzustellen, dass die Züge nicht auf freier Strecke, sondern in Bahnhöfen hielten, sagte Bahnsprecher Martin Walden am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Die Entscheidung sei zum richtigen Zeitpunkt gefallen, andernfalls hätte der Bahnverkehr erst mit viel größeren Verzögerungen wieder aufgenommen werden können.

«Unter dem Eindruck des Störumfangs und der Zeit, die insgesamt vergangen ist, sind wir sehr zufrieden mit dem, was wir zustande gebracht haben», betonte Walden. Die Einstellung des kompletten Bahnverkehrs sei eine «noch nie dagewesene betriebliche Unterbrechung» gewesen, die tausende Züge betroffen habe. Die Züge seien in hoch komplizierte Umläufe eingebunden.

«Wenn eine Strecke wieder frei ist, heißt das noch lange nicht, dass ich auch sofort einen Zug habe, der dort fahren kann», sagte Walden. Zunächst müssten auch wieder Züge und Personal verfügbar sein. «Das alles fügt sich im Laufe der Zeit.» Nur in wenigen Ausnahmefällen hätten Züge auf freier Strecke halten und danach in Bahnhöfe gebracht werden müssen, betonte Walden. Für die Bahn sei es am wichtigsten gewesen, bei der Einstellung des Zugverkehrs zu garantieren, dass die Passagiere auf den Bahnhöfen hätten untergebracht werden können – anstatt in Zügen auf freier Strecke. Dafür habe man den richtigen Zeitpunkt finden müssen, und das sei gelungen.

«Wenn man zu spät gewesen wäre, hätte man gar nicht die Möglichkeit gehabt, den normalen Fahrplan wieder so früh wie möglich aufzunehmen», sagte Walden. Politiker und der Fahrgastverband «Pro Bahn» hatten zuvor kritisiert, dass Reisende nicht ausreichend über Verspätungen und gestrichene Zugverbindungen informiert worden seien. Die Bahn hatte am Donnerstag wegen des Orkans erstmals in der Nachkriegszeit den kompletten Zugverkehr eingestellt. Am Freitag war der Normalfahrplan mit zum Teil erheblichen Behinderungen wieder aufgenommen worden. (nz)