Hartz legt umfassendes Geständnis ab
Er habe den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert begünstigt und angeordnet, ihn aufgrund seiner wichtigen Rolle «großzügig» zu behandeln, ließ sich Hartz zitieren. Er bedaure sein Fehlverhalten und übernehme dafür die strafrechtliche Verantwortung.
Hartz hatte bereits in der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt. Der frühere Personalvorstand wird möglicherweise maximal zu einer zweijährigen Strafe auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt. Die Vorsitzende Richterin sagte am Mittwoch, die Kammer ziehe eine «Urteilsabsprache» über eine Strafobergrenze in Betracht. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung.
Hartz wurde am Morgen vor dem Gerichtsgebäude von einem Blitzlichtgewitter und etwa zwei Dutzend Demonstranten empfangen. Sie beleidigten den ehemaligen Konzernmanager und kritisierten die nach Hartz benannten Arbeitsmarktreformen. Kern der Anlage sind laut Wolff Sonderbonuszahlungen in Höhe von mehr als 1,9 Millionen Euro an den früheren Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert. Das Geld an Volkert sei «auf dessen Drängen hin» gezahlt worden, sagte Wolff. In der Anklage wird Hartz außerdem vorgeworfen, dass VW zahllose Privatreisen von Volkert und seiner brasilianischen Geliebten bezahlt habe.
Volkert wird auch der Anstiftung zur Untreue beschuldigt. Bei den übrigen Beschuldigten geht es vor allem um die mutmaßliche Teilnahme an teuren Partys und anderen Vergnügen auf Firmenkosten. Gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Beihilfe zur Untreue und falscher eidesstattlicher Versicherung erhoben. (nz)

