netzeitung.deTotal zerstreut Angst vor Öl-Engpässen

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Total-Raffinerie in Leuna (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Total-Raffinerie in Leuna
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die überraschende Schließung der russischen Öl-Pipeline gefährdet die Versorgung in Deutschland nicht, beruhigt der Raffinerie-Betreiber Total. «Die Raffinerien werden auf jeden Fall weiterarbeiten.»

Der französische Ölkonzern Total hat die Sorge vor Versorgungs- Engpässen in Deutschland wegen der Blockade russischer Öllieferungen nach Ostdeutschland zerstreut. «Die Kunden werden weiter beliefert», beruhigte die Sprecherin von Total Deutschland, Delphine Saucier, am Montag in Berlin. Weshalb der Ölfluss über die «Druschba»-Pipeline nach Deutschland womöglich von Weißrussland gestoppt wurde, sei dem Unternehmen bislang nicht bekannt.

«Die Raffinerien werden auf jeden Fall weiterarbeiten», betonte die Sprecherin. Die Reserven reichten zunächst für den Weiterbetrieb. Bei einem längeren Lieferausfall werde Total auf andere Quellen zurückgreifen. Der Ölkonzern betreibt in der Nähe von Leuna in Sachsen-Anhalt eine Raffinerie und ist außerdem an der PCK-Raffinerie in Schwedt in Brandenburg beteiligt. Beide Raffinerien werden von der Pipeline «Druschba» versorgt, über die Russland Öl durch Weißrussland und Polen nach Deutschland liefert.

EID-Experte sieht keine Gefahr
Seit den frühen Morgenstunden bekommt die Raffinerie PCK kein Öl mehr aus Russland. Bereits am Wochenende habe es vier bis fünf Unterbrechungen gegeben, die jeweils einige Stunden dauerten. Der Grund sei unklar - eine Mitteilung der Pipeline-Gesellschaft habe es nicht gegeben.

Branchenexperte Rainer Wiek von dem Branchenblatt «Energie Informationsdienst» (EID) sieht die Ölversorgung hierzulande ebenfalls nicht in Gefahr. Wiek verweist vor allem auf die gesetzliche Vorgabe, wonach die Ölreserven in Deutschland 90 Tage reichen müssen. «Darüber hinaus haben auch die einzelnen Raffinerien noch weitere Reserven», fügte er hinzu. Wiek rechnet nicht mit einem längeren Lieferausfall: «Deutschland ist schließlich ein großer Kunde.» Der Grund sei vermutlich der Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland.

Auch die SPD sieht angesichts des eskalierenden Streits zwischen Russland und Weißrussland keine Gefahr für die Energieversorgung in Deutschland. «Wir haben eine gute Vorratshaltung und müssen uns aktuell keine Sorgen machen», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Rainer Wend, der «Netzeitung». Strategisch gebe es allerdings großes Konfliktpotenzial. (nz)