Total zerstreut Angst vor Öl-Engpässen
«Die Raffinerien werden auf jeden Fall weiterarbeiten», betonte die Sprecherin. Die Reserven reichten zunächst für den Weiterbetrieb. Bei einem längeren Lieferausfall werde Total auf andere Quellen zurückgreifen. Der Ölkonzern betreibt in der Nähe von Leuna in Sachsen-Anhalt eine Raffinerie und ist außerdem an der PCK-Raffinerie in Schwedt in Brandenburg beteiligt. Beide Raffinerien werden von der Pipeline «Druschba» versorgt, über die Russland Öl durch Weißrussland und Polen nach Deutschland liefert.
Branchenexperte Rainer Wiek von dem Branchenblatt «Energie Informationsdienst» (EID) sieht die Ölversorgung hierzulande ebenfalls nicht in Gefahr. Wiek verweist vor allem auf die gesetzliche Vorgabe, wonach die Ölreserven in Deutschland 90 Tage reichen müssen. «Darüber hinaus haben auch die einzelnen Raffinerien noch weitere Reserven», fügte er hinzu. Wiek rechnet nicht mit einem längeren Lieferausfall: «Deutschland ist schließlich ein großer Kunde.» Der Grund sei vermutlich der Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland.
Auch die SPD sieht angesichts des eskalierenden Streits zwischen Russland und Weißrussland keine Gefahr für die Energieversorgung in Deutschland. «Wir haben eine gute Vorratshaltung und müssen uns aktuell keine Sorgen machen», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Rainer Wend, der «Netzeitung». Strategisch gebe es allerdings großes Konfliktpotenzial. (nz)

