Telekom richtet Fokus auf DSL-Geschäft
05.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
René Obermann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Telekom will das rückläufige Breitbandgeschäft wieder stärken. Den Erfolg will Konzernchef Obermann daran messen, wie schnell der negative Trend umgekehrt wird.
Der Vorstandschef der Deutschen Telekom
, René Obermann, will den Fokus auf das Breitbandgeschäft legen. Die größten Anstrengungen werde die Telekom auf die Gewinnung von Kunden für Breitbandanschlüsse und damit verbundene Dienste richten, zitierte die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus einem Brief Obermanns an die Mitarbeiter.
Tempo als MesslatteDen Marktanteil will Obermann schnellstmöglich wieder ausbauen: «Allein im DSL-Retail-Geschäft also bei unseren direkten Endkundenverträgen hat sich unser Marktanteil in nur zwei Jahren fast halbiert.» Dieser Trend müsse gestoppt werden. «Den Erfolg im Festnetzgeschäft messen wir daran, ob und wie schnell wir diesen negativen Trend umkehren können oder nicht», schreibt Obermann.
Die Festnetzsparte T-Com hat in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 1,5 Millionen Telefonanschlüsse an die Konkurrenz verloren. Der Kundenabfluss könnte sich nach Angaben von Obermann kurzfristig sogar noch verschärfen, «wenn Dienste-Anbieter auf alternative Infrastrukturen ausweichen».
Freenet will deutlich mehr DSL-KundenIm Retail-Geschäft will allerdings nicht nur T-Com wachsen, sondern auch die Konkurrenz. Der Chef des Anbieters Freenet
, Eckhard Spoerr, sagte dpa-AFX, bis Ende 2007 wolle das Unternehmen 1,4 Millionen DSL-Kunden haben. Das wäre ein Zuwachs von 40 Prozent. Ende 2006 kam die Tochter von Mobilcom
den Planungen zufolge auf eine Million Breitband-Nutzer.
Nach dem harten Preiskampf in der vergangenen Quartalen können sich die Kunden allerdings nicht mehr auf sinkende Tarifen einstellen, glaubt Spoerr: «Die Preise haben ihren Boden gefunden.» Nun gehe es darum, Zusatzdienste anzubieten. Als ein Beispiel dafür gilt Fernsehen über das Internet.
Dabei will Spoerr auf das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom zugreifen. «Uns wurde in Aussicht gestellt, dass wir als Wiederverkäufer auftreten können», sagte Spoerr. Bislang ist den Wettbewerbern des Bonner Konzerns die Nutzung des als VDSL bekannten Netzes untersagt. Um VDSL gab es in den vergangenen Monaten auch Streit zwischen Deutschland und der EU-Kommission. Brüssel will nicht hinnehmen, dass die Telekom so genannte Pioniergewinne erzielen kann, indem das im Aufbau befindliche Netz zunächst aus der Regulierung herausgenommen wird. (nz)