netzeitung.deRyanair gibt Kampf um Aer Lingus vorläufig auf

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Maschinen von Aer Lingus und Ryanair (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Maschinen von Aer Lingus und Ryanair
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Übernahmeangebot von Ryanair stößt nicht nur bei Aer Lingus und der irischen Regierung auf Widerstand - auch die EU hat Bedenken. Ryanair zog deshalb seine Offerte für den irischen Konkurrenten zunächst zurück.

Die irische Billig-Fluggesellschaft Ryanair hat ihre feindliche Übernahmeofferte für die Fluglinie Aer Lingus zurückgezogen. Zuvor hatte die EU-Kommission Kritik an dem Vorhaben geäußert. Ryanair werde erst dann ein neues Angebot vorlegen, wenn die EU keine Einwände gegen die Fusion mehr habe, begründete Ryanair-Chef Michael O'Leary am Donnerstag in Dublin den Rückzieher. Grundsätzlich sei der Konzern allerdings auch weiterhin an der ebenfalls irischen Fluglinie interessiert.

Ryanair hat für den ehemals staatlich kontrollierten Billig-Anbieter knapp 1,5 Milliarden Euro geboten. Am Mittwochabend hatte die EU-Kommission eine strenge Überprüfung eingeleitet, die bis Mai 2007 dauern kann. Die europäischen Kartellwächter fürchten im Falle eines Zusammenschlusses der beiden wichtigsten irischen Airlines geringere Wahlmöglichkeiten für die Passagiere und höhere Ticketpreise.

EU-Kommission als voreingenommen kritisiert
Konzernvorstand O'Leary warf der Behörde indes vor, gegenüber seiner Fluglinie voreingenommen zu sein. Dabei verwies er vor allem auf deren Zustimmung zur Fusion von Air France und KLM. Allerdings sträubt sich auch Aer Lingus selbst massiv gegen den als feindlichen eingestuften Übernahmeversuch.

Ryanair bietet 2,80 Euro je Aer-Lingus-Aktie, doch die Resonanz ist gering: Erst Anfang des Monates hatte Ryanair das Angebot erneut bis 22. Dezember verlängert. Bis 4. Dezember waren der Fluglinie nur 0,928 Prozent der Papiere angedient worden. Widerspenstig zeigt sich auch die irische Regierung, die mit einem Anteil von 28 Prozent Hauptaktionär ist. Ryanair hält direkt und indirekt derzeit rund 25 Prozent, strebt aber eine Beteiligung von über 50 Prozent an. (nz)