19.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Flugzeug von Delta Airline
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die unter Gläubigerschutz stehende US-Fluggesellschaft Delta Airline will eigenständig bleiben. Das Übernahmeangebot von US Airways habe «strukturelle Schwächen».
Die unter Gläubigerschutz stehende US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hat das milliardenschwere Übernahmeangebot des Wettbewerbers US Airways offiziell abgelehnt. Wie Delta am Dienstag in Altana mitteilte, ist der Weg aus der Krise alleine besser zu bewältigen.
Das Übernahmeangebot habe «strukturelle Schwächen» und kartellrechtliche Probleme seien sehr wahrscheinlich. Als eigenständiges Unternehmen sei die Zukunftsperspektive besser. Beim zuständigen Insolvenzgericht sei inzwischen ein Reorganisationsplan eingereicht worden, hieß es.
Falsche Basis für Synergie-EffekteDie Fluggesellschaft US Airways will Delta Air Lines, die drittgrößte amerikanische Fluggesellschaft, für rund 8,4 Milliarden Dollar in bar und Aktien übernehmen. Die von US Airways angekündigten Synergie-Effekte seien auf «falschen Annahmen» berechnet worden, betonte Delta Airlines.
US Airways habe weiterhin mit großen Integrationsproblemen nach der viel kleineren Übernahme von America West zu kämpfen. Die Gesellschaft sei nicht in der Lage, parallel dazu eine deutlich größere Firma zu integrieren, argumentierte die Fluggesellschaft.
Delta erwartet GewinnDelta will eigenen Angaben zufolge den Gläubigerschutz im Frühjahr 2007 beenden. Laufe des kommenden Jahres soll das Unternehmen demnach wieder profitabel sein. Laut dem Reorganisationsplan rechnet die Airline mit einem Anstieg des Gewinns von 500 Millionen im kommenden Jahr auf bis zu 1,2 Milliarden Dollar bis 2010.
Die Aktien des Unternehmens sollen nach Konzernangaben eingezogen werden und die Gläubiger sollen entsprechend ihrer Ansprüche neue Titel erhalten. Delta Air Lines hat im September 2005 Gläubigerschutz nach Kapitel Elf des US-Insolvenzrechts beantragt. (nz)