29.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ex-IG-Metall-Chef Zwickel sieht in der Einstellung des Mannesmann-Prozesses einen Sieg des Rechtsstaats. Die Staatsanwaltschaft verbucht gleichfalls einen Sieg für sich - obwohl kein Urteil gesprochen wurde.
Die Strafverfolger im Mannesmann-Prozess halten ihre Tätigkeit für einen Erfolg obwohl das Verfahren ohne Urteil gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt wurde. Das öffentliche Interesse an dem Fall sei durch den Spruch des Bundesgerichtshofs im Grunde befriedigt worden, sagte Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg am Mittwoch in Düsseldorf nach dem offiziellen Aus für einen der spektakulärsten Strafprozesse in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Das oberste Zivilgericht hatte die in einem ersten Verfahren ergangenen Freisprüche gegen die sechs Beschuldigten aufgehoben. Nun wird in der Sache gar nicht geurteilt. Strafverfolger Lichtenberg befand dennoch, dass der Prozess eine große Wirkung auf die deutsche Geschäftswelt gehabt habe: «Man ist wirklich sensibel geworden für die Frage solcher Prämien», sagte er.
«Alles andere als ein Schuldspruch»Insgesamt sechs Beschuldigte hatten sich in Düsseldorf erneut wegen des Vorwurfs der schweren Untreue sowie der Beihilfe dazu verantworten müssen. Sie waren es, die nach der Übernahme des Mobilfunkanbieters Mannesmann durch den britischen Vodafone-Konzern Prämien und Pensionszulagen für die Beteiligten im Volumen von knapp 60 Millionen Euro genehmigt hatten. Neben dem damaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser stand auch der Vorstandssprecher der Deutschen Bank
, Josef Ackermann, vor Gericht - er war damals Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsrats.
Dessen Verteidiger, Klaus Volk, stellte fest, es handele sich um «alles andere als einen Schuldspruch». Seinen Antrag, das Verfahren gegen Auflagen einzustellen, begründete er damit, er wolle «Ackermann den Rücken freihalten für die Arbeit bei der Bank». Bereits am vergangenen Freitag hatte auch die Staatsanwaltschaft einer Einstellung des Verfahrens zugestimmt.
«Große Genugtuung»Der Aufsichtsrat des größten privaten Kreditinstituts in Deutschland freut sich derweil darüber, dass der Vorstandschef die Geldauflage selbst bezahlt: Das Kontrollgremium dankte Ackermann am Mittwoch für seine Bereitschaft zur Zahlung der Summe von 3,2 Millionen Euro. Aufsichtsratschef Clemens Börsig sagte, der Firmenchef könne nun «mit voller Kraft den erfolgreichen Kurs der Deutschen Bank» fortsetzen.
Der Beschuldigte Klaus Zwickel, der für die Gewerkschaft IG Metall im Mannesmann-Aufsichtsrat saß und damals an der Spitze der Gewerkschaft stand, empfindet nach eigenen Angaben durch die Einstellung des Verfahrens «große Genugtuung». Die Entscheidung des Landgerichts zeige, «dass der Rechtsstaat obsiegt hat und nicht ein paar Redaktionen», sagte Zwickel unmittelbar nach dem offiziellen Aus des Prozesses. (nz)