Verfahren um Mannesmann-Prämien eingestellt
29.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das unspektakuläre Aus für den häufig als spektakulärsten Wirtschafts- Strafprozess der deutschen Geschichte bezeichneten Prozess hatte sich abgezeichnet. Bereits am vergangenen Freitag hatte die Staatsanwaltschaft einem Antrag des beschuldigten Vorstandssprechers der Deutschen Bank
Das Gericht selbst sah noch einen weiteren Grund: An dem Verfahren bestehe «kein öffentliches Interesse», sagte der Vorsitzende Richter Drees. Schließlich seien die verhandelten Taten bereits vor sechs Jahren begangen worden. Darüber hinaus seien die Beschuldigten - namentlich nannte Drees Ackermann - in den vergangenen Jahren durch den Prozess überdurchschnittlich belastet worden.
Ackermann saß im Mannesmann-Aufsichtsrat und genehmigte die umstrittenen Zahlungen mit. Der frühere Firmenschef Klaus Esser, der stets für seinen Freispruch gestritten hatte, willigte ebenfalls in die Einstellung ein und zahlt dafür anderthalb Millionen Euro.
Der Bundesgerichtshof hatte das urteil indes aufgehoben und so eine Neuauflage in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nötig gemacht. Trotz des Urteils des obersten Zivilgerichts in Deutschland begründete der Düsseldorfer Richter Drees die Einstellung des Verfahrens auch damit, dass offene rechtliche Fragen in einer überschaubaren Zeitraum nicht hätten geklärt werden können. (nz)

