Schwarze Kasse bei Siemens-Com gesucht
Dem Blatt zufolge werfen ihnen die Ermittler vor, mit Scheinrechnungen und über Briefkastenfirmen die Millionen aus dem unternehmen geschleust zu haben. Damit sollten nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Verantwortliche in ausländischen Firmen bestochen werden. Unklar sei noch, ob Teile des Geldes in die Taschen der Täter geflossen seien.
Laut «SZ» prüft die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang unter anderem die Vergabe von Aufträgen an Siemens-Com bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Auch Telekommunikationsaufträge in Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait, Indonesien und Vietnam hat der Konzern nur durch Korruption erhalten, lautet der Verdacht. Zudem würden neben einem Geschäft in der Karibik zahlreiche weitere Projekte geprüft.
Ausgelöst wurde das verfahren offenbar bereits im vergangenen Jahr, als eine anonyme Anzeige einging. Auch lägen Rechtshilfeersuchen aus der Schweiz und Italien vor, berichtete das Blatt. Die Ermittler prüfen demnach, ob es ein international weit verzweigtes Finanzsystem gegeben hat, um die Schwarze Kasse zu verschleiern.
Das Landgericht Darmstadt hatte bereits im März Anklage gegen zwei ausgeschiedene Manager des Kraftwerksbereichs Anklage erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, Mitarbeiter den italienischen Stromkonzerns Enel bestochen zu haben, um an Aufträge zu kommen. Auch sie sollen die Mittel nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft in Schwarzen Kassen «außerhalb der offiziellen Buchhaltung» gesammelt haben. (nz)
