Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

BP wechselt Führung seiner Alaska-Sparte aus

01. Nov 2006 15:06
Pipeline in Prudhoe Bay
Bild vergrößern
Nach dem Desaster in Prudhoe Bay ersetzt BP den Chef seiner US-Tochter in Alaska. Aber der Konzern steht auch wegen einer schweren Explosion in Texas unter Beschuss - 15 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

Beim Ölkonzern BP kommt es mehrere Monate nach dem Ausfall des Ölfeldes Prudhoe Bay wegen schwerer Korrosionsschäden zu einem Führungswechsel. Wie BP am Mittwoch mitteilte, wird der Chef der BP-Tochter in Alaska, Steve Marshall, nach fünf Jahren seinen Posten Ende 2006 abgeben. Ihm folgt Doug Suttles, der derzeit das russische Sacchalin-Geschäft von BP verantwortet.

Suttles verfüge über «lange Erfahrungen in Alaska», hob BP hervor. Er werde die Leitung der Sparte ab 1. Januar 2007 übernehmen. Marshall wechselt als Vizepräsident in die Sparte Geschäftsentwicklung, hieß es weiter. BP hob allerdings ausdrücklich hervor, dass der Wechsel nicht in «direktem Zusammenhang mit den Problemen in Alaska» stehe.

Schwere Explosion in Texas

Mehr in der Netzeitung:
Der britisch- niederländische Konzern kämpft in den USA derzeit mit vielen Problemen. Im vergangenen Monat haben Investoren Vorstände und Direktoren des Konzerns wegen des Kursverfalls der Aktien nach den sich häufenden Schwierigkeiten auf Schadenersatz verklagt. Dabei geht es nicht nur um das Debakel in Prudhoe Bay, wo es aufgrund jahrelanger Versäumnisse zu schweren Rostschäden an den Pipelines kam.

Zudem wird BP vorgeworfen, nachlässige Sicherheitsvorkehrungen und mangelnde Instandhaltungs- Maßnahmen hätten zu einer folgenschwere Explosion in einer texanischen Raffinerie geführt. Dabei waren vor anderthalb Jahren 15 Menschen ums Leben gekommen und 180 weitere verletzt worden. Das geht aus einem Bericht des US-Komitees für die Sicherheit chemischer Anlagen (CSB) hervor, der erst kürzlich bekannt wurde.

Schwere Versäumnisse bei Sicherheit

Die Unternehmensleitung habe bereits seit März 2005 von den Problemen gewusst, aber unzureichend reagiert, lautet der schwere Vorwurf. Der Konzern habe in der Raffinerie in Texas City zwar Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und zur Verringerung des Verletzungsrisikos getroffen. Gleichzeitig seien aber «gefährliche und veraltete» Anlagen in Betrieb geblieben. Das Komitee will den Abschlussbericht spätestens im März 2007 vorlegen.

BP ist in den USA auch wegen anderer Umweltschäden unter Druck: Im September strömten aus einer Leitung in Kalifornien mehr als 150.000 Liter bereits verarbeitetes Öl aus. Auch im Golf Mexiko kam es zu Lecks in den Ölleitungen.

Im September musste Marshall bei einer Anhörung des US-Kongresses zu den Versäumnissen und Nachlässigkeiten des Konzerns in den USA Rede und Antwort stehen. Prudhoe Bay deckt rund acht Prozent des US-Ölbedarf. Die Förderung auf dem Ölfeld musste nach den Schäden komplett heruntergefahren werden. Der Ölpreis hatte daraufhin kräftig auf rund 77 Dollar zugelegt. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.