Die Unternehmensleitung habe bereits seit März 2005 von den Problemen gewusst, aber unzureichend reagiert, lautet der schwere Vorwurf. Der Konzern habe in der Raffinerie in Texas City zwar Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und zur Verringerung des Verletzungsrisikos getroffen. Gleichzeitig seien aber «gefährliche und veraltete» Anlagen in Betrieb geblieben. Das Komitee will den Abschlussbericht spätestens im März 2007 vorlegen.BP ist in den USA auch wegen anderer Umweltschäden unter Druck: Im September strömten aus einer Leitung in Kalifornien mehr als 150.000 Liter bereits verarbeitetes Öl aus. Auch im Golf Mexiko kam es zu Lecks in den Ölleitungen.
Im September musste Marshall bei einer Anhörung des US-Kongresses zu den Versäumnissen und Nachlässigkeiten des Konzerns in den USA Rede und Antwort stehen. Prudhoe Bay deckt rund acht Prozent des US-Ölbedarf. Die Förderung auf dem Ölfeld musste nach den Schäden komplett heruntergefahren werden. Der Ölpreis hatte daraufhin kräftig auf rund 77 Dollar zugelegt. (nz)