netzeitung.deYahoo-Chef räumt Schwäche ein

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Yahoo-Chef Terry Semel (Foto: Yahoo<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Yahoo-Chef Terry Semel
Foto: Yahoo
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Yahoo hat im vergangenen Quartal seine zuvor reduzierten Umsatzziele erreicht. Zufrieden kann Unternehmenschef Semel dennoch nicht sein: Zunehmend machen neue Internet-Firmen den Etablierten Anteile am Werbemarkt streitig.

Angesichts schwacher Quartalszahlen hat der US-Internetsuchmaschinen- Betreiber Yahoo seine Jahresprognose nach unten revidiert. Der Umsatz werde maximal 4,6 Milliarden Dollar erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend nachbörslich im kalifornischen Sunnyvale mit. Bislang lag bei 4,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz die Untergrenze der Prognosespanne.

Nun liegt die Spanne bei 4,48 bis 4,6 Milliarden Dollar – bislang hatte Yahoo bis zu 4,85 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im abgelaufenen Quartal waren die Nettoerlöse – also ohne Zahlungen an Content-Partner – auf Jahressicht um 20 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar gestiegen und lagen damit im Rahmen der Erwartungen. Bereits Mitte September hatte Yahoo gewarnt, dass die Umsätze im unteren Bereich der Prognosen liegen werden.

«Zurück zu den Wurzeln»
Der Gewinn fiel im dritten Quartal um 37,5 Prozent auf 158,5 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie nach 253,8 Millionen Dollar oder 17 Cent je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang lag hauptsächlich an Änderungen bei der Bilanzierung von Aktienoptionen und war erwarten worden. Ohne solche Effekte hätte der Gewinn bei 235 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie gelegen.

Vorstandschef Terry Semel zeigte sich mit den Zahlen «nicht zufrieden»: «Wir sind nicht so stark, wie wir sein könnten», räumte er in einer Telefonkonferenz ein. Er kündigte an, die Schwierigkeiten mit einem «Zurück-zu-den-Wurzeln»-Ansatz zu lösen. Derzeit arbeitet Yahoo an einer verbesserten Werbe-Suchtechnik, die im ersten Quartal 2007 eingesetzt soll. Das Projekt war im Juli verschoben worden – es sollte ursprünglich noch in diesem Jahr starten.

Wachstum über Kauf der Kleineren
Analysten sehen auf Yahoo und den direkten Konkurrenten Google allerdings zunehmend Probleme zukommen: Im Internet machen immer mehr kleine Startup-Firmen den Großen Anteile am Werbemarkt streitig. Neue Wettbewerber wie etwa Online-Videoplattformen oder soziale Internet-Netzwerke zögen die Aufmerksamkeit von Werbekunden auf sich, urteilen Fachleute.

Sites wie Myspace des Medienunternehmers Rupert Murdoch, Facebook oder Youtube wüchsen prozentual wesentlich stärker als Yahoo. Google hatte Youtube erst vergangene Woche für 1,65 Milliarden Dollar gekauft. Der Betreiber der bekanntesten Suchmaschine im Internet wird am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegen.

Yahoo verliert Marktanteile
Yahoo führt Medienberichten zufolge Gespräche zum Kauf von Facebook, einer mit Myspace konkurrierenden Community-Website, auf der Internet-Nutzer eigene Seiten einrichten und sich mit Freunden austauschen können.

Zwar nimmt der Online-Werbemarkt in den USA auch in diesem Jahr weiter kräftig zu – das Marktforschungs-Unternehmen E-Marketer sieht ein Plus von 27 Prozent auf 15,9 Milliarden Dollar –, doch Yahoo wird an dem Wachstum nur begrenzt teilhaben: Die Experten schätzen den Marktanteil von Yahoo in diesem Jahr auf 18 Prozent gegenüber rund 19 Prozent in 2005. Google wird dagegen rund 25 Prozent des US-Online- Werbeumsatzes an sich ziehen - nach ebenfalls etwa 19 Prozent im Vorjahr. (nz)