netzeitung.deBertelsmann warnt vor «Preisblase» im Internet

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Gunter Thielen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gunter Thielen
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Angesichts des Kaufs von Youtube durch Google fühlt sich Bertelsmann-Chef Thielen schon fast wie in der New Economy. Die TV-Tochter RTL soll die Digitalisierung der Branche «mitgestalten».

Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns Bertelsmann, Gunter Thielen, hat die aktuellen Kaufpreise für Internet-Unternehmen kritisiert: «Wir stecken schon wieder mitten in einer Preisblase», sagte Thielen der «Zeit», ohne allerdings konkret die Übernahme von Youtube durch Google zu nennen. Der Suchmaschinenbetreiber hatte die Online-Videoplattform am Montag für 1,65 Milliarden Dollar gekauft.
Digitalisierung «mitgestalten»
Thielen berichtete, Bertelsmann sei ein Internet-Unternehmen zum Kauf angeboten worden, das «einigen Zulauf, aber praktisch keine Umsätze» vorweisen konnte. Trotzdem hätten die Gründer «etwa 100 Millionen Euro» verlangt.

Der Firmenchef maß dem Internet-Geschäft zwar große Bedeutung für Bertelsmann zu. In den kommenden zehn Jahren werde die TV-Tochter RTL aber der «größten Gewinnbringer» des Konzerns bleiben, prognostizierte Thielen. Der technische Wandel im Zuge der Digitalisierung sei aber «immens»: Wenn Hunderte neuer Sender entstünden, müsse Bertelsmann das mitgestalten.

«Insofern wird ein beträchtlicher Teil unserer Investitionen bis auf weiteres in das Fernsehen gehen.» Im Internet mache der Konzern etwa eine Milliarde Euro Umsatz mit dem Verkauf von Büchern, CDs und DCD und mit Einnahmen aus der Online-Werbung. «Das ist aber noch zu wenig», räumte der Vorstandschef ein.

Manchmal zu ungeduldig
Im Internet werde Bertelsmann konzernintern Start-Ups «von unten» aufbauen, sagte Thielen. «Wir kaufen vielleicht das eine oder andere kleine Unternehmen und entwickeln es fort.»

Zugleich räumte er ein, dass Bertelsmann die Chance mit Computerspielen verschlafen habe: «Wir haben das bei der Bertelsmann Music Group vor zehn Jahren betrieben, aber als wir 100 Millionen Dollar verloren hatten, haben wir gesagt: Das ist nichts für uns.» Der Konzern habe zu früh aufgegeben: «Wir haben manchmal zu wenig Geduld. Da können wir noch dazulernen», gestand Thielen. (nz)