netzeitung.deGoogle könnte Myspace Videowerbung liefern

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Youtube-Gründer Steven Chen (l.) und Chad Hurley (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Youtube-Gründer Steven Chen (l.) und Chad Hurley
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Youtube-Gründer wollten mit Rupert Murdochs News Corp. offenbar nichts zu tun haben. Google, der neue Eigner der Video-Plattform im Netz, hat weniger Probleme - und denkt vor allem an das eigene Geschäft.

Die Internetangebote Myspace und Youtube könnten künftig enger zusammenarbeiten – vor allem bei Reklame mit bewegten Bildern. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, werden Vertreter der beiden Mutterkonzerne News Corporation und Google noch in dieser Woche in Los Angeles zusammentreffen, um die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen dem beliebten Myspace-Angebot und dem Online-Werbevermarkter Google auszuweiten. Nicht nur Google-Chef Eric Schmidt und der für das Reklamegeschäft zuständige Manager Tim Armstrong, sondern auch News-Corp.-Eigner Rupert Murdoch würden teilnehmen, hieß es unter Berufung auf Kreise.

Möglicherweise solle die Kooperation der beiden Unternehmen auf Video-Werbung ausgedehnt werden, mutmaßt das US-Wirtschaftsblatt. Auch wenn er sich nicht konkret äußern wollte, ließ sich der bei News Corp. für Myspace zuständige Manager Ross Levinsohn mit den Worten zitieren, eine Vertiefung der Zusammenarbeit «könnte wirklich gut für uns sein». Google liefert seit Anfang August Werbung für das so genannte Social-Networking- Angebot auf Myspace und hat dem Mutterkonzern dafür für die Jahre 2007 bis 2010 Mindesteinnahmen von 900 Millionen Euro garantiert. Der Pakt umfasst indes keine Reklame mit bewegten Bildern – für die Unternehmen laut «WSJ» inzwischen teilweise mehr Geld ausgeben als für TV-Spots.

Keine Antwort von Youtube
Youtube.com, wo Nutzer selbst Videodateien einstellen und so verbreiten können, war erst Anfang der Woche für 1,645 Milliarden Dollar von Google gekauft worden. Dabei kam der Suchmaschinenbetreiber offenbar News Corp. zuvor, wie das «WSJ» weiter berichtete. Demnach hatten sich Manager des Murdoch-Konzerns mehrfach wegen einer möglichen Übernahme an Youtube gewandt.

Zunächst habe es geheißen, das noch recht neue Angebot stehe nicht zum Verkauf. Auf einen späteren Kontaktversuch am vergangenen Freitag – als die Gespräche zwischen Google und den Gründern des Angebots, Steve Chen und Chad Hurley, bereits an die Presse durchgesickert waren – habe es gar keine Antwort mehr gegeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf Kreise.

Gegen Copyright verstoßen?
Myspace.com, wo Nutzer ihre persönlichen Profile und Fotos einstellen können, gilt als eines der erfolgreichsten Internetangebote der vergangenen Jahre. Der Verkauf an News Corp. hatte bei der Konkurrenz für Ärger gesorgt. So soll der Chef des Medienkonzerns Viacom gefeuert worden sein, weil er nicht zum Zuge gekommen war.

Youtube hat binnen kürzester Zeit viel Aufmerksamkeit im Netz auf sich gezogen. Angeblich wird das Videoangebot bis zu 100 Millionen Mal am Tag aufgerufen. Dennoch hatten Skeptiker nach der Übernahme durch Google gewarnt: Einige der Angebote verletzten Urheberrechte, so dass Schadenersatzklagen möglich seien. Allerdings befindet sich das Unternehmen in Verhandlungen mit mehreren Medienkonzernen, die ihre Inhalte auch auf dem Angebot veröffentlichen könnten. (nz)