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Google macht Youtube-Gründer zu Millionären

10. Okt 2006 09:24
Die Website Youtube.com
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Für ein Unternehmen mit 67 Mitarbeitern zahlt Google insgesamt 1,65 Milliarden Dollar. Die Übernahme von Youtube ist der größte Zukauf in der Firmengeschichte.

Für Übernahmen im Internet werden in den USA wieder sehr hohe Preise bezahlt. Die Internet-Suchmaschine Google ist immerhin bereit, 1,65 Milliarden Dollar für ein Unternehmen zu zahlen, dass erst im Februar 2005 in einer Garage gegründet worden ist.

Youtube.com ist das beliebteste Video-Portal in den USA - 100 Millionen Zugriffe sollen es pro Tag haben. Mit dem größten Zukauf in der Firmengeschichte von Google versucht das Unternehmen, dem schnellen Wandel der Internetnutzung gerecht zu werden.

Die beiden Gründer von Youtube, Chad Hurley und Steve Chen, werden durch den Verkauf - der allein mit Google-Aktien beglichen wird - zu mehrfachen Multimillionären. Der Suchmaschinenbetreiber kündigte an, Youtube mit seinen 67 Mitarbeitern als eigenständiges Unternehmen zu erhalten.

«Globale Medienplattform» geplant

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Google stellt sich damit auch im Werbemarkt breiter auf und kann künftig statt nur textbasierten Anzeigen auf den Seiten von Google auch Banner und andere Werbeformen anbieten. Der Konzern will mit dem Kauf eine neue «globale Medienplattform» schaffen, wie Vorstandschef Eric Schmidt in einem Interview sagte.

Experten äußerten sich indes in ersten Reaktionen skeptisch über den hohen Kaufpreis. Google könnte künftig für alle Verstöße gegen das Copyright auf der Seite von Youtube.com verantwortlich gemacht werden, warnen sie. Auf der Seite können Nutzer Videos einstellen und anschauen - dabei werden auch viele Videos illegal getauscht und hochgeladen.

Gefahr von Klagen

In den vergangenen Monaten hatte Youtube fieberhaft versucht, Verträge mit den großen Medienkonzernen zu schließen, um möglichen Klagen auf Schadenersatz zu entgehen. Google kündigte bereits an, alle Inhalte, die gegen das Copyright verstoßen, von der Website zu entfernen.

Im Vorfeld der Übernahme durch Google konnte Youtube bereits einige Erfolge verbuchen: So wurden am Montag Verträge mit Universal Music und SonyBMG geschlossen. Demnach werden die Musikvideos der Unternehmen künftig auf Youtube zum Download angeboten. Die Musik kann zudem von den Nutzern für ihre eigenen Videos genutzt werden.

Viele Interessenten

Die Liste der Interessenten für Youtube war lang: Neben Google waren dem Vernehmen nach auch Yahoo, die News Corporation von Rupert Murdoch und Microsoft an einer Übernahme interessiert. Microsoft wird jetzt nach eigenen Angaben eine eigene Video-Website schaffen.

Wie hart der Internetmarkt mittlerweile wieder umkämpft ist, zeigt dass sich News Corp. - Eigner des ebenfalls erfolgreichen Web-Angebots Myspace - sehr verärgert über die Übernahme gezeigt hat. Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» hat der Konzern damit gedroht, alle Links auf Youtube-Videos zu Myspace.com zu löschen. Das Unternehmen des US-Medieninvestors Murdoch hatte die Community-Site erst im vergangenen Jahr übernommen und dafür 580 Millionen Dollar in bar bezahlt. (nz)

 
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