netzeitung.deBenq gibt deutsche Handyfertigung auf

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Präsentation von Benq-Handys auf der Cebit im März 2006 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Präsentation von Benq-Handys auf der Cebit im März 2006
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Benq in Taiwan will kein Geld mehr in die deutsche Handyproduktion stecken. In den kommenden Tagen wird die frühere Siemens-Sparte daher Insolvenzantrag stellen.

Das Handygeschäft des taiwanesischen Herstellers Benq in Deutschland steht vor dem Aus. Voraussichtlich in den nächsten Tagen werde die Benq Mobile GmbH Insolvenz beim Amtsgericht München beantragen, sagte ein Sprecher am Donnerstag in der bayerischen Landeshauptstadt München.
3000 Beschäftigte betroffen
Der taiwanesische Mutterkonzern habe bekannt gegeben, dass er keine weitere Investitionen mehr leisten werde, hieß es. Betroffen sind davon die Zentrale in München mit 1400 Beschäftigten sowie die Produktionsstandorte in Bocholt und Kamp-Lintfort mit insgesamt 1600 Mitarbeitern.

Hintergrund sei die in Deutschland enttäuschende Umsatz- und Margenentwicklung, sagte Benq-Manager Marco Stülpner. «Wir sind deutlich hinter den uns ursprünglich uns selbst gesetzten Zahlen.» Auch das kommende Weihnachtsgeschäft werde deutlich unter den Erwartungen liegen.

«Totel überrascht
«Welche Folgen die Insolvenz für die Standorte hat, können wir noch nicht beurteilen», sagte Unternehmenssprecher Stefan Müller. «Wir sind total überrascht und müssen erst mal abwarten», fügte er hinzu. Die Produktion solle jedoch vorerst weiter laufen.

Erst vor rund einem Jahr hatte Benq die frühere Handysparte des Siemens-Konzerns

übernommen. Allerdings entwickelte sich das Geschäft schlechter als erhofft. Ende August hatte Benq Mobile daher angekündigt, dass wegen der verspäteten Einführung neuer Produkte und Belastungen durch die Bereinigung der Modellpalette erst Mitte 2007 die Ertragswende geschafft werde. Wie es weiter hieß, will Benq das Geschäft mit Handys der Marke Benq-Siemens aus Asien heraus fortführen.
Zuliefer sieht keinen Abschreibungsbedarf
Das im Tec-Dax geführte Technologieunternehmen AT&S
teilte angesichts der erwarteten Zahlungsunfähigkeit in Wien mit, aktuell Forderungen in Höhe von «lediglich rund einer Million Euro» gegenüber dem Geschäftspartner Benq Deutschland zu haben. Zwar stammten etwa drei Prozent des Umsatzes vom Benq-Konzern, aber nur die Hälfte des Anteils stamme von der Deutschland-Tochter.

AT&S erwarte keinen Abschreibungsbedarf oder sonstige Sondereffekte und hoffe, die Geschäftbeziehungen mit Benq unverändert fortsetzen zu können, hieß es in einer Pflichtmitteilung an die Börse. (nz)