netzeitung.deSiemens-Gehälter als «asozial» kritisiert

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Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die massive Kritik an den deutlichen Gehaltserhöhungen für die Vorstände von Siemens nimmt an Schärfe zu. Bundestags- Vizepräsident Thierse nannte das Gehaltsplus «schlicht obszön».

Die Empörung über die Gehaltserhöhung der Siemens-Vorstände hält an. Der Aufschlag von durchschnittlich 30 Prozent sei «schlicht obszön und auf skandalöse Weise unanständig», sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) dem «Tagesspiegel».

Wenn die Bezüge trotz Misserfolgen und Entlassungen erhöht würden, müsse dies die Menschen massenhaft aufregen. Dieses Verhalten sei «asozial, weil es die Gemeinschaft und ihre Grundüberzeugungen von Gerechtigkeit und Solidarität beschädigt», sagte Thierse.

«Unverfrorenheit ohnegleichen»
IG-Metall-Chef Jürgen Peters warf den Managern Maßlosigkeit und Instinktlosigkeit vor: «Es ist eine Unverfrorenheit ohnegleichen, auf der einen Seite Tausende Stellen zu streichen und auf der anderen Seite sich maßlos die eigenen Taschen zu füllen», sagte er der «Berliner Zeitung».

Peters verwies darauf, dass in den Sparten SBS und Com zuletzt weit über 3000 Stellen verloren gingen. Gleichzeitig solle sich die verbliebene Belegschaft bei SBS mit Einkommenskürzungen von zehn Prozent abfinden. «Es kann nicht sein, dass der Abbau von Beschäftigung durch eine exorbitante Erhöhung der Managervergütung belohnt wird.»

Nicht sehr «hanseatisch»
Der Aufsichtsrat von Siemens
hatte unter Führung des ehemaligen Vorstandschefs Heinrich von Pierer beschlossen, die Bezüge der zwölf Vorstände des Unternehmens um rund 30 Prozent anzuheben. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass im Hinblick auf vergleichbare Unternehmen die Siemens-Vorstände unterbezahlt seien.

Bereits am Mittwoch hatte es Kritik aus allen im Bundestag vertretenen Parteien gegeben. FDP-Vize Rainer Brüderle sagte der «Welt»: «Es entspricht nicht gerade hanseatischem Kaufmannsstil, Tausende Mitarbeiter zu entlassen und gleichzeitig die eigenen Gehälter zu erhöhen.» (nz)