Betz-Prozess startet ohne Anklage
20.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Anklage wurde am ersten Verhandlungstag nicht verlesen. Das Verfahren soll nun am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden. In dem Wirtschaftsstrafprozess ist unter anderem der 48 Jahre alte Geschäftsführer Thomas Betz angeklagt. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Bestechung von Beamten im In- und Ausland sowie die Erschleichung von Aufenthaltsgenehmigungen, Sozialversicherungsbetrug und Steuerhinterziehung zur Last. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Dem mitangeklagten früheren Vizepräsidenten des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), Rolf Kreienhop, wird von der Anklage Bestechlichkeit vorgeworfen. Er soll das Unternehmen über Kontrollen informiert haben. Im Gegenzug sollen ihm Reisen und ein Dienstauto finanziert worden sein.
Die Verteidigung von Kreienhop stellte den Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin. Anwalt Max Klinger sagte, die Laienrichterin habe an einer Veranstaltung der Gewerkschaft Verdi teilgenommen, in der es auch um die Vorwürfe gegen die Spedition Betz gegangen sei. «Da kann man nicht unvoreingenommen sein», sagte Klinger.
Die Willi Betz-Gruppe zählt zu den größten Speditionen Europas. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 7800 Mitarbeiter und peilt in diesem Jahr einen Umsatz von rund 720 Millionen Euro an. (nz)

