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Siemens-Vorstand Ganswindt verlässt Konzern

08. Sep 2006 19:45
Siemens-Zentrale in München.
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Er galt als potentieller Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Heinrich von Pierer – nun verlässt Thomas Ganswindt Siemens.

Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt vrlässt angesichts der bevorstehenden Auflösung der Kommunikationssparte Com den Konzern. Der 46-Jährige gehe auf eigenen Wunsch zum 30. September, teilte Siemens am Freitag in München mit.

Ganswindt wird demnach Vorstandschef der Elster Group, der ehemaligen Ruhrgas Industries, in Luxemburg. Über ein Ausscheiden des Managers war seit längerem spekuliert worden, nachdem Siemens seine Krisensparte abgestoßen hatte. Sein Vertrag wäre erst im September 2007 ausgelaufen

Joint Venture mit Nokia

Der Konzern hatte Mitte Juni ein Joint Venture mit dem finnischen Handy-Riesen Nokia angekündigt. Die beiden Unternehmen legen ihre Netzwerkgeschäfte zusammen und schaffen so den drittgrößten Telekom-Ausrüster der Welt. Das operative Geschäft der Kommunikationssparte (Com) und den Übergang ins Joint Venture leitet seit 1. Mai Eduardo Montes. Spekuliert wird, dass der Vertraute von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld mittelfristig in den Zentralvorstand aufsteigen könnte.

Ganswindt hatte die Com-Sparte vor Montes' Antritt kommissarisch geleitet. Der 1960 in Oberhausen geborene Maschinenbauingenieur kam Anfang 1989 zu Siemens, wo er in der Automatisierungstechnik seine Karriere startete. Nach verschiedenen Managerposten in der Verkehrstechnik-Sparte stieg er im Dezember 1999 in den Bereichsvorstand auf und wirkte laut Siemens «entscheidend am Turnaround des Geschäftes» mit.

Im September 2001 übernahm er den Chefposten im Bereichsvorstand der Netzwerksparte ICN, die unter dem Preisverfall wegen des rasanten technologischen Wandels litt. Im Zuge etlicher Restrukturierungen wurden die Bereiche Mobilfunk und Festnetz am 1. Oktober 2004 zur Com-Sparte zusammengelegt, im Sommer 2005 verschenkte Kleinfeld das Handy-Geschäft.

Als Vorstandschef gehandelt

Bevor Siemens im Juli 2004 überraschend den Wechsel an der Führungsspitze angekündigt hatte, galt Ganswindt lange als Kronprinz für die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Heinrich von Pierer. Im Zentralvorstand, in dem der Manager seit Oktober 2004 saß, war er außer für Com auch für den einzigen Verlustbringer des Konzerns zuständig, die IT-Tochter SBS. Die Sparte muss bis Ende 2007 insgesamt 1,5 Milliarden Euro sparen und dazu 3000 Jobs im Ausland und 2750 weitere im Inland abbauen. Nach dem Willen von Siemens-Chef Kleinfeld müssen alle Sparten bis Frühjahr 2007 ehrgeizige Renditeziele erreichen.

Die Elster Group, deren Leitung Ganswindt übernimmt, ist den Angaben zufolge der weltweit führende Hersteller von Messtechnik für die Gas-, Elektro- und Wasserversorgungsindustrie. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg hat mehr als 9000 Mitarbeiter in 37 Ländern. (nz)

 
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