netzeitung.deVolkswagen verteidigt Sanierungspläne

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Produktion bei Volkswagen in Wolfsburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Produktion bei Volkswagen in Wolfsburg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bis spätestens November will VW die Gespräche mit der Gewerkschaft über die Restrukturierung beenden. Nach Ansicht von Konzern-Chef Pischetsrieder geht an einer massiven Kostensenkung kein Weg vorbei.

Wenige Tage vor Beginn der entscheidenden Gespräche mit der IG Metall über die Sanierung der Marke Volkswagen
hat Konzernchef Bernd Pischetsrieder die Notwendigkeit deutlicher Kostensenkungen bekräftigt. Die Produktionskosten bei VW seien der wichtigste Wettbewerbsnachteil, sagte Pischetsrieder bei einer Analystenkonferenz am Montag in London.

Die westdeutschen Werke schrieben weiter Verluste. Die Restrukturierung sei daher unvermeidlich, betonte Pischetsrieder. Er geht davon aus, dass die Beratungen mit der IG Metall, die an diesem Freitag beginnen, bis November beendet sein werden.

Stellenabbau läuft auf Hochtouren
Bei den Bemühungen um den Personalabbau haben inzwischen 3500 Mitarbeiter gegen Abfindungen Verträge über ein Ausscheiden aus dem Unternehmen unterzeichnet. Diese Zahl nannte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Rund 10.000 Beschäftigte würden VW mit Altersteilzeit verlassen. VW hatte bisher keine konkrete Gesamtzahl über den geplanten Stellenabbau genannt. Vom anstehenden Restrukturierungsprogramm werden nach früheren Angaben des Vorstands 20.000 Jobs betroffen sein.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine räumte in der «Berliner Zeitung» ein, dass VW in einer wirtschaftlich schwierigen Lage mit Millionenverlusten in den westdeutschen Werken sei. Die Gewerkschaft erwarte aber vom VW-Vorstand, dass er konkrete Zusagen zum Umfang der Beschäftigung, zu Produkten, Investitionen und Auslastung mache. «Die Qualität dieser Garantien wird darüber entscheiden, ob es weitere Gespräche geben wird», sagte er und wies darauf hin, dass der Tarifvertrag ungekündigt sei.

Ziele bekräftigt
In der Analystenkonferenz bekräftigte Konzernchef Pischetsrieder unterdessen die wirtschaftliche Planung für die kommenden Jahre. Bis 2008 will VW das Vorsteuerergebnis auf rund 5,1 Milliarden Euro verbessern. Im vergangenen Jahr hatte VW vor Steuern 1,7 Milliarden Euro verdient.

Es bleibe dabei, dass die Rendite auf das eingesetzte Kapital auf neun Prozent bis 2008 steigen soll. Davon sei das Unternehmen mit 2,6 Prozent 2005 noch weit entfernt, sagte Finanzvorstand Pötsch: «Wir brauchen eine dramatische Verbesserung der Erträge.» (nz)