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Springer plant keinen Einstieg bei Premiere

04. Sep 2006 09:23, ergänzt 11:25
Mathias Döpfner und Friede Springer
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Beim Springer-Verlag sind die Pläne zur Übernahme von Premiere wieder vom Tisch. Laut Konzernkreisen wird nun eine Expansion im Ausland angestrebt.

Der Axel-Springer-Konzern plant nach Informationen aus Unternehmenskreisen keinen Einstieg beim Münchner Bezahlsender Premiere . «Das ist vom Tisch», hieß es am Montag. Springer habe nach der gescheiterten Übernahme der Senderkette ProSiebenSat1 im Frühjahr einen Einstieg beim Abosender erwogen, sei dann aber davon abgerückt.

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte zuvor aus Unternehmenskreisen zitiert, wonach Springer-Vorstands-Chef Mathias Döpfner «weiter auf einen großen Deal in Deutschland aus» ist. Den Kreisen zufolge liegt der Schwerpunkt aber auf der Expansion im Ausland und im Digitalgeschäft. So hatte sich Döpfner auch öffentlich geäußert, nachdem seine TV-Pläne gescheitert waren. Sollten sich im Inland interessante Übernahmemöglichkeiten ergeben, werde das aber geprüft, hieß es in Konzernkreisen weiter.

Springer lässt prüfen

Premiere wird seit Monaten immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Das Unternehmen war Ende vergangenen Jahres im Bieterkampf um die Übertragungsrechte für die Bundesliga der Unity-Media-Tochter Arena unterlegen. Der Aktienkurs war daraufhin massiv eingebrochen – derzeit ist der Bezahlsender an der Börse lediglich mit rund 800 Millionen Euro bewertet.

Die Übernahme der Senderkette ProSiebenSat1 durch Springer war am Widerstand des Bundeskartellamts und der Medienaufsicht KEK gescheitert. Die Behörden befürchteten eine marktbeherrschende Stellung des Verlags. Derzeit läuft die Prüfung einer Beschwerde von Springer gegen das Verbot der Übernahme von ProSiebenSat1 vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf. Der Konzern will trotz der Aufgabe der Übernahmepläne die kartellrechtliche Situation für mögliche künftige Zukäufe grundsätzlich klären lassen. (nz)

 
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