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Lupe Verdi will Arnolds-Angestellte vermitteln

Verdi geht davon aus, dass das Geldtransport- Unternehmen Arnolds bald Insolvenz anmelden wird. Die Gewerkschaft will die Beschäftigten bei der Konkurrenz unterbringen.

Angesichts der Ermittlungen gegen Verantwortliche des Essener Sicherheitsunternehmens Arnolds sorgt sich die Gewerkschaft Verdi um die Zukunft der Firmenmitarbeiter. Man bemühe sich bereits, diese an andere Unternehmen der Branche zu vermitteln, sagte Gewerkschaftssekretär Ralf Hübsch am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Insgesamt beschäftigt Arnolds rund 2000 Mitarbeiter, jedoch ist nach Schätzungen des Branchenverbandes BDWS nur rund ein Fünftel von ihnen im Bereich der Geld- und Wertdienste tätig. Neben Geldtransporten übernimmt das Unternehmen auch Personen- und Objektschutz sowie Botendienste.

Bei Arnolds sind Gelder in zweistelliger Millionenhöhe veruntreut worden. Der Polizei zufolge haben die beiden Gesellschafter des nach eigenen Angaben größten privaten Sicherheits-Anbieters bei Vernehmungen am Mittwoch einen Fehlbetrag von rund 16,5 Millionen Euro eingeräumt. Sie waren damit einer unmittelbar bevorstehenden Durchsuchung der Geschäftsräume zuvorgekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte seit Anfang Juni wegen des Verdachts der Untreue gegen die Manager ermittelt.

Noch kein Insolvenzantrag
Nach Angaben von Verdi haben bereits mehrere Kunden, unter anderem der Handelskonzern Rewe, ihre Zusammenarbeit mit Arnolds beendet. Man hoffe deshalb, nun möglichst viele betroffene Mitarbeiter bei denjenigen Unternehmen unterzubekommen, die jetzt zusätzliche Aufträge erhielten.

Bei Arnolds selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. «Wir sind im Moment ziemlich kopf- und führungslos», hieß es dort. Bislang ist der Gewerkschaft zufolge noch kein Insolvenzantrag gestellt worden. «Wir hoffen aber, dass das bald erfolgt, damit wir mit dem Insolvenzverwalter in Kontakt treten können», sagte Gewerkschaftssekretär Hübsch.

Schon seit drei Jahren habe es mit Arnolds immer wieder Ärger wegen verspäteter Lohnzahlungen gegeben. Zuletzt habe man am Anfang mit einem der Geschäftsführer Gespräche über verspätete Zahlungen geführt. Dieser habe von einem Engpass gesprochen, der aber überwunden sei. (nz)