netzeitung.deRyanair will drei Millionen von Regierung

 Herausgeber: netzeitung.de

Ryanair hat die britische Regierung auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Die Fluglinie hatte wegen der verschärften Sicherheitskontrollen zahlreiche Flüge streichen müssen.

Eine Woche hatte Ryanair der britischen Regierung als Frist gesetzt, die Sicherheitsmaßnahmen im Luftverkehr wieder zu lockern. Nachdem das Verkehrsministerium die Beschränkungen nicht zurücknahm und das Ultimatum verstreichen ließ, hat die irische Billig-Fluggesellschaft nun reagiert: Sie verklagte die britische Regierung auf drei Millionen Pfund (4,44 Millionen Euro) Entschädigung, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Das Ministerium in London wies die Forderung zurück: Ryanair habe keinen Anspruch auf Schadenersatz, die Beschränkungen würden nicht zurückgenommen. Die Regierung hatte die Sicherheitsregeln für Handgepäck verschärft und als Begründung gegeben, man habe gerade noch rechtzeitig Anschläge auf Flugzeuge vereiteln können – demnach wollten Terroristen die Maschinen während des Fluges mit im Handgepäck verborgenem Flüssig-Sprengstoff explodieren lassen.

«Unsinnige» Verschärfung
Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte, der Umfang der Klage beziehe sich lediglich auf die Verluste seines Unternehmens wegen Flugausfällen und Buchungsrückgängen in der Woche vom 10. bis 16. August. Ziel sei, die Regierung dazu zu bringen, die Sicherheitschecks wieder auf die von der Internationalen Luftverkehrsvereinigung festgelegten Regeln zu beschränken.

Schon vergangene Woche, als Ryanair der Regierung das Ultimatum setzte, hatte O'Leary die verschärften Bestimmungen als «unsinnig» kritisiert und offenbar in einer E-Mail an die Chefs anderer Airlines appelliert, sich der geplanten Klage anzuschließen.

Um Verzögerungen bei künftigen Terroralarmen zu vermeiden, müssten Polizisten und Soldaten die zusätzlichen Sicherheitschecks vornehmen, «wann immer die Regierung beschließt, diese ohne Vorankündigung zu verdoppeln oder zu vervierfachen», forderte O'Leary. Wegen der verschärften Regelungen war es an den Flughäfen vor allem zu Beginn teils zu chaotischen Zuständen gekommen – Fluggesellschaften, darunter auch Ryanair, mussten zahlreiche Flüge streichen. (nz)