netzeitung.deVW-Betriebsrat will keine Abfindungen mehr

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VW-Produktion bei Volkswagen in Wolfsburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe VW-Produktion bei Volkswagen in Wolfsburg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Statt Abfindungen zu zahlen, sollte die VW-Führung lieber in Weiterbildung investieren, fordert der Betriebsrat. Die Beschäftigten verschwänden so zumindest einige Jahre von der Gehaltsliste.

Der VW-Betriebsrat hat eine Abkehr von der Abfindungspolitik bei Volkswagen
gefordert. Vize- Konzernbetriebsratschef Bernd Wehlauer sagte der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung», der VW-Vorstand solle mehr Geld für Stipendien und Weiterbildungen der Mitarbeiter bereitstellen. «Wir sollten beim Jobabbau nicht nur auf Abfindungen und Altersteilzeit setzen, sondern auch in die andere Richtung denken, nämlich mehr Qualifizierungen.»

«Statt Mitarbeitern für teures Geld Aufhebungsverträge anzubieten, möchte der VW-Betriebsrat, dass das gleiche Geld lieber in Qualifikation investiert wird», sagte Wehlauer. Das Unternehmen sollte stärker als bisher Weiterbildungs- und Studien-Stipendien für Meister, Facharbeiter und Ingenieure vergeben. Die Mitarbeiter kämen gleichzeitig für drei oder vier Jahre von der Gehaltsliste, hätten danach aber ein Rückkehrrecht auf einen VW-Job. Das Unternehmen hätte den Vorteil, dass es die Kollegen über einen Zeitraum nur mit einem festgelegten Betrag fördern würde.

20.000 Arbeitsplätze gefährdet
Volkswagen will die Probleme der Kernmarke VW, die Überkapazitäten hat und mit vergleichsweise hohen Kosten produziert, mit massiven Kostensenkungen, Stellenabbau sowie neuen Modellen angehen. Wie hoch der Stellenabbau genau ausfallen wird, ist noch nicht klar: VW-Chef Bernd Pischretsrieder sprach lediglich davon, dass bis zu 20.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten.

Der Stellenabbau soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten gehen. Über Abfindungen und Altersteilzeit sollen die Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen. Ende Juli hatte VW mitgeteilt, bisher seien 2500 Abfindungsverträge abgeschlossen worden - insgesamt hofft das Unternehmen auf 4000 bis 5000 solcher Verträge. (nz)