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ThyssenKrupp baut US-Geschäft um

11. Aug 2006 08:44, ergänzt 21:11
ThyssenKrupp in Düsseldorf
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ThyssenKrupp hat im abgelaufenen Quartal deutlich mehr verdient und sein Umsatziel für das Gesamtjahr erhöht. Zugleich nahm Finanzchef Stefan Kirsten seinen Abschied.

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat im dritten Geschäftsquartal den Gewinn kräftig gesteigert und die Umsatzprognose angehoben. Wie das Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mitteilte, soll der Erlös im laufenden Geschäftsjahr auf 46 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte ThyssenKrupp auf 44 Milliarden Euro getippt. Die erst kürzlich erhöhte Gewinnprognose von einem Vorsteuerergebnis ohne weitere Sondereffekt von 2,5 Milliarden Euro wurde bestätigt.

Im abgelaufenen Geschäftsquartal wies ThyssenKrupp einen Gewinn vor Steuern von 806 Millionen Euro aus nach 577 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei setzte der Konzern acht Prozent mehr um und damit 12,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang lag mit 12,4 Milliarden Euro 18 Prozent über dem Vorjahreswert.

Höchster Quartalsgewinn

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Bereits Mitte Juli hatte ThyssenKrupp für das dritte Quartal einen Vorsteuergewinn vor Sonderposten von mehr als 750 Millionen Euro angekündigt. Das nun erzielte Ergebnis ist nach Angaben des Konzerns der «bisher höchste Quartalsgewinn vor Steuern seit der Fusion».

Besonders stark entwickelte sich im abgelaufenen Quartal die Stahlsparte: Der Gewinn vor Steuern legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 367 Millionen auf 382 Millionen Euro zu. Der Umsatz der Sparte erhöhte sich von 2,51 Milliarden auf 2,81 Milliarden Euro.

Umstrukturierung in der Automotive-Sparte

ThyssenKrupp richtet zudem die Automotive-Sparte neu aus: So werde das Nordamerika-Geschäft der Autozuliefer-Sparte verkauft. Die restlichen Teile von Automotive würden in die Sparte Technologies integriert.

Als Grund nannte das Unternehmen das strukturell und konjunkturell belastete Karosserie- und Fahrwerksgeschäft in Nordamerika. In der Sparte sind rund 4000 Mitarbeiter tätig. Der Umsatz liegt bei rund einer Milliarde Euro. Gespräche mit Interessenten liefen bereits, hieß es.

Neue Stahlwerke statt Dofasco-Übernahme?

Außerdem habe der Aufsichtsrat den Bau neuer Werke in den USA gebilligt. Das Investitionsvolumen für die neuen Stahlwerke bezifferte der Konzern auf etwa 1,8 Milliarden Euro. Dass der Aufsichtsrat Investitionen in den USA gebilligt hat, wurde am Markt als Zeichen gesehen, dass ThyssenKrupp seine Hoffnung auf eine Übernahme von Dofasco begraben hat.

Der Stahlkonzern Mittal Steel hatte zugesagt, die kanadische Arcelor-Tochter Dofasco im Zuge der Übernahme Arcelors an ThyssenKrupp zu verkaufen. Arcelor blockierte den Verkauf allerdings durch die Überführung in eine Stiftung.

«Der Kauf von Dofasco hat absolute Priorität», betonten Vorstandschef Ekkehard Schulz und Finanzchef Stefan Kirsten. Die Verhandlungen seien noch im Gange.

Finanzchef geht

ThyssenKrupp teilte weiterhin mit, dass Finanzvorstand Stefan Kirsten das Unternehmen zum 1. November verlässt. Wegen veränderter Perspektiven im Konzern strebe Kirsten keine Verlängerung seines Vertrages an, der noch bis Juli 2007 läuft. Er wolle bis Ende November zur Verfügung stehen. Seine Aufgaben übernimmt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ulrich Middelmann.

Kirsten betonte in einer Telefonkonferenz, er stehe voll hinter der Strategie des Konzerns. Nach Wunsch von Vorstandschef Schulz soll Kirsten künftig weiter beratend zur Verfügung stehen. (nz)

 
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