netzeitung.deApple-Zahlen möglicherweise falsch

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Apple-Chef Steve Jobs (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Apple-Chef Steve Jobs
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Affäre um möglicherweise falsch datierte Aktienoptionen schwelt in den USA schon seit längerem. Bei Apple könnte sich das auf die jüngsten Geschäftszahlen auswirken.

Der Computerhersteller Apple hat eingestanden, dass die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen möglicherweise fehlerhaft sind. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in Cupertino im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte, sind neue «Unregelmäßigkeiten» im Zusammenhang mit Aktienoptionen aufgetauscht, die in den Jahren 1997 bis 2001 gewährt wurden. Möglicherweise müssten auch ältere Geschäftsberichte bis zum September 2002 nachträglich korrigiert werden, hieß es.

Apple nannte nur wenige Details zu den Vorgängen. Der Konzern ist eine von rund 80 Firmen, die in den USA derzeit mit solchen Unregelmäßigkeiten bei der Gewährung der Optionen zu tun haben. Die meisten der Unternehmen sitzen im Silicon Valley. Es besteht der Verdacht, die Optionen seien möglicherweise bewusst so datiert worden, dass sie zu möglichst hohen Gewinnen bei den Nutznießern führen. Hintergrund ist eine Klage von Anlegern.

Auch Jobs involviert
Optionen ermöglichen es Managern oder Mitarbeitern, Papiere an ihrem Unternehmen zu einem festen Preis zu erwerben, der meist an einem Datum fest gemacht wird. Steigt der Kurs später, können sie die Anteile mit Gewinn abstoßen. Wie Apple bereits im Juni mitgeteilt hat, ist unter den fraglichen Optionen auch eine für Konzernchef Steve Jobs. Das Unternehmen hatte damals allerdings betont, die Optionen seien nicht ausgeübt worden und hätten so zu keinem finanziellen Verlust geführt.

Ob das auch bei den neuen Fällen zutrifft, wollte Apple zunächst nicht sagen. Das «Wall Street Journal» zitierte einen Sprecher mit den Worten, der Konzern werde keinen weiteren Kommentar zu dem Thema abgeben, «bis eine unabhängige Untersuchung abgeschlossen ist». Weitere Details, etwa einen Zeitrahmen für die Untersuchung, nannte er nicht. Als die Affäre ans Licht gekommen war, hatte Apple noch betont, es müssten voraussichtlich keine Anpassungen an den Geschäftszahlen vorgenommen werden.

Zuletzt starke Zahlen
Das Unternehmen hatte zuletzt von einem Gewinnanstieg um 48 Prozent auf 472 Millionen Dollar im dritten Quartal des Geschäftsjahres berichtet. Apple führte die gute Ertragslage im Zeitraum April bis Juni auf die anhaltend starke Nachfrage nach dem Musikspieler iPod und nach Mac-Computern zurück. Der Quartalsumsatz sei zugleich im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 4,37 Milliarden Dollar angewachsen. Die Veröffentlichung der endgültigen Daten sei nun auf unbestimmte Zeit verschoben, hieß es am Donnerstag. (nz)