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RTL und MTV über Satellit bald kostenpflichtig

02. Aug 2006 11:41, ergänzt 12:01
Günther Jauch in der RTL-Quizshow 'Wer wird Millionär'
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Haushalte, die Programme der RTL- und MTV-Gruppe über Astra-Satelliten empfangen, zahlen dafür bislang nichts - nicht nur das soll sich im nächsten Jahr ändern. Der Astra-Betreiber verspricht dafür «Mehrwert».

Der Satellitenbetreiber SES Astra will die Fernsehsender der Gruppen RTL und MTV Networks ab kommendem Jahr nur noch digital verschlüsselt übertragen und kostenpflichtig machen. Haushalte, die die Programme über das Astra-Satellitensystem empfangen, müssen dann mit einer monatlichen Gebühr von bis zu 3,50 Euro rechnen, wie das Unternehmen am Mittwoch im luxemburgischen Betzdorf mitteilte.

Entsprechende Verträge habe SES Astra jetzt mit der RTL-Gruppe und MTV Networks geschlossen. Für den Empfang der insgesamt elf Sender – darunter RTL, Vox, RTL II, n-tv, MTV und Viva – ist künftig neben dem Satellitenempfänger eine Zugangskarte notwendig. Dafür verspricht der Satellitenbetreiber den betroffenen Haushalten eine größere Programmvielfalt und neue Dienste, etwa einen elektronischen Programmführer und einen «Persönlichen Videorekorder».

ARD und ZDF weiter unverschlüsselt

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Die beiden Sendergruppen, Teil der Medienkonzerne Bertelsmann und Viacom, wollen ihre interaktiven Angebote ausbauen. Sie könnten künftig zum Beispiel Sendungen zum kostenpflichtigen Einzelabruf, dem so genannten Per-per-View, anbieten und ihr Sendesignal durch die Kodierung «vor Missbrauch schützen», hieß es.

Für die Monatsgebühr sollen alle sonstigen rund 400 digitalen TV- und Radioprogramme, die SES Astra über Satellit sendet, im Paket enthalten sein. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die ebenfalls über Astra ausstrahlen, seien vom neuen Angebot aber nicht betroffen und würden weiter über Astra transportiert, auch wenn sie ihr Programm nicht verschlüsselten. ARD und ZDF wollen ihr Angebot nicht verschlüsseln.

Kartellamt prüft Verträge

Das Bundeskartellamt muss die Zusammenarbeit von SES Astra, RTL und MTV genehmigen. Die Behörde habe die Vorlage aller diesbezüglichen Verträge verlangt, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur epd.

Schon seit längerem prüft das Kartellamt, ob sich die RTL-Gruppe womöglich mit ProSiebenSat1 abgesprochen hat, die digitale Verschlüsselung der Programme gemeinsam am Markt durchzusetzen. Das könnte als verbotene Wettbewerbsabsprache untersagt werden. Das Bundeskartellamt hatte allerdings schon signalisiert, dass es keine grundsätzlichen Einwände gegen die Einführung einer Zuschauergebühr im Satelliten-TV habe.

Millionen müssen noch auf digital umsteigen

SES-Astra-Chef Ferdinand Kayser verteidigte die Zusammenarbeit: Sie biete den Zuschauern «neue Möglichkeiten und Mehrwert» und erlaube zugleich den Sendern die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle. Wie viel von der möglichen Gebühr bei den Sendern ankommt, blieb indes unklar. Die neue Digital-Plattform sei «neutral und offen für alle Programmanbieter, die sie nutzen wollen», sagte Kayser. Auch mit dem Bezahlsender Premiere führt Astra demnach Gespräche.

Das Astra-Satellitensystem beliefert nach eigenen Angaben in Europa rund 107 Millionen Haushalte. Von den 16,4 Millionen deutschen Haushalten mit Satellitenschüsseln seien bereits 6,4 Millionen für den digitalen Empfang ausgerüstet, hieß es. In den kommenden Jahren müssten rund zehn Millionen Haushalte, die ihr TV- Programm über Satellit empfangen, von analog auf digital umsteigen. (nz)

 
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