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Lupe ProSiebenSat1 gibt sich vorsichtig optimistisch

ProSiebenSat1 hat im Juni die Fußball-WM gespürt: Der Marktanteil der Sender ging zurück. Dennoch verdiente die Senderkette im zweiten Quartal etwas mehr als erwartet.

Die private Sendergruppe ProSiebenSat1
hat im abgelaufenen Quartal trotz der Fußball-Weltmeisterschaft, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen war, Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Erlöse stiegen zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 550,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 552,8 Millionen Euro gerechnet.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 22,3 Prozent auf 154,8 Millionen Euro. Hier hatten die Erwartungen bei 150,0 Millionen Euro gelegen. Die Ebitda-Marge sei von 24,9 auf 28,1 Prozent gestiegen, hieß es. Unter dem Strich blieben dem im M-Dax geführten Konzern 83,4 Millionen Euro, gut 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch dieser Wert lag leicht über den Prognosen der Analysten.

Sender litten unter WM
Wesentlicher Wachstumstreiber seien höhere Werbeeinnahmen gewesen, teilte das Unternehmen mit. «Die ProSiebenSat1-Gruppe verzeichnet trotz der Fußball-Weltmeisterschaft ein erfolgreiches zweites Quartal», sagte Konzernchef Guillaume de Posch. Das Unternehmen gehe «gestärkt» in die zweite Jahreshälfte.

Allerdings spürten die zu dem Konzern gehörenden Sender das Fußball-Großereignis: Die Programme verzeichneten aufgrund der WM im Juni einen Rückgang bei den Marktanteilen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Im gesamten ersten Halbjahr sank der Zuschauer-Marktanteil der Senderfamilie in dieser Altersgruppe auf 29,2 Prozent gegenüber 30,5 Prozent im ersten Halbjahr 2005.

Marktanteil stagniert
Im Gesamtjahr will ProSiebenSat1 «versuchen, trotz der großen Sportereignisse, ein leicht überdurchschnittliches Wachstum ihrer Werbeumsätze zu erzielen». Dabei geht der Konzern davon aus, dass die Netto-Investitionen in TV-Werbung in diesem Jahr um rund zwei Prozent steigen. Die Zuwachsrate des Gesamtumsatzes von ProSiebenSat1 werde sich dann zwischen vier und fünf Prozent bewegen, prognostizierte das Unternehmen.

ProSiebenSat1 hält aber auch ein stärkeres Wachstum der gesamten TV-Werbebranche für möglich. Die Entwicklung in der zweiten Juli-Hälfte und im August deute an, dass die Konjunktur in der Branche wieder anziehe – sollte sich der Trend fortsetzen, könnte der deutsche TV-Werbemarkt 2006 «noch zusätzliches Potenzial» haben. Wegen der Fußball-WM und der Olympischen Winterspiele werde der Marktanteil der Sendergruppe im Gesamtjahr aber «auf dem Niveau von rund 30 Prozent» in der werberelevanten Zielgruppe stagnieren, räumte das Unternehmen ein. (nz)