Karstadt deckt internen Korruptionsfall auf
29.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Karstadt-Filiale in Essen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
KarstadtQuelle hat wegen des Verdachts auf Bestechung vier Einkäufern fristlos gekündigt. Sie sollen Schmiergelder von verschiedenen Lieferanten gefordert haben.
Nach dem Schmiergeldskandal in der Autobranche ist auch der Handelskonzern KarstadtQuelle
Opfer einer internen Korruptionsaffäre geworden. «Vier Abteilungsleiter von Karstadt Sport sind nach einer Überprüfung der internen Revision fristlos entlassen worden», sagte Konzernsprecher Jörg Howe der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Da der Vorfall jedoch arbeitsrechtliche Konsequenzen habe und Prozesse folgen, könne er keine Einzelheiten mitteilen.
Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin «Spiegel» berichtet, dass vier Einkäufer gehen mussten, nachdem die Revisionsabteilung eine interne Bestechungsaffäre aufgedeckt hatte. Die Manager des größten deutschen Sportartikelhändlers waren in Bremen, Dortmund, Essen und Hamburg für den Einkauf von jeweils mehreren Häusern zuständig. Dem Bericht zufolge sollen sie mit verschiedenen Lieferanten überhöhte Preise verabredet und Bestechungs- Geschenke gefordert haben.
Einkäufer wehren sich Die betroffenen Manager würden die Vorwürfe zurückweisen. Sie wollten gegen die fristlose Kündigung gerichtlich vorgehen, hieß es weiter. Die Affäre sei ans Licht gekommen, durch einen Großauftrag an einen dänischen Sportartikel- Hersteller, der nicht ordnungsgemäß in den Büchern registriert worden sei. Der Auftrag sei im Herbst 2005 nach einem Türkei-Trip der entlassenen Manager vergeben worden. Der Konzern weigere sich bis heute, die Saisonware abzunehmen, berichtete das Magazin. (nz).