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Metro kauft Wal-Mart-Kette in Deutschland: 

Wal-Mart lädt deutsches Geschäft bei Metro ab

28. Jul 2006 08:52, ergänzt 11:35
Fahnen auf einer Wal-Mart-Filiale
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In Deutschland schrieb Wal-Mart stets rote Zahlen - nun ziehen die Amerikaner die Konsequenzen: Sie verkaufen ihre SB-Warenhäuser an den Einzelhandelskonzern Metro, der damit seine angeschlagene Kette Real stärkt.

Der Handelskonzern Metro übernimmt überraschend die Deutschland-Tochter der US-Supermarktkette Wal-Mart. Wie das Unternehmen am Morgen in Düsseldorf mitteilte, wurden sich beide Seiten in der Nacht zu Freitag einig, dass Metro die deutschen Aktivitäten des amerikanischen Unternehmens übernimmt. Über den Kaufpreis schwieg sich Metro aus. Das vom Metro-Aufsichtsrat bereits genehmigte Geschäft wird den Kartellbehörden zur Prüfung vorgelegt.

Damit erwirbt Metro 85 großflächige SB-Warenhäuser – bei 19 Standorten kommt das Immobilien-Eigentum hinzu, die übrigen Märkte stehen in Mietverhältnissen. Mit dem Kauf werde die Marktposition der Metro-Sparte Real deutlich ausgebaut, hieß es. «Durch die Akquisition runden wir unser Standortportfolio ab und erhöhen unsere Schlagkraft auf dem deutschen Markt», sagte Metro-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Körber. Das Unternehmen erwarte «signifikante Synergieeffekte», zu deren Höhe Körber sich indes nicht konkret äußerte.

Nie in den schwarzen Zahlen

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Die Wal-Mart-Filialen erzielten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr mit mehr als 11.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Allerdings hätten die deutschen Märkte «in einem schwierigen wirtschaftlichem Umfeld» bei Umsatz und Ergebnis die Ziele nicht erreicht, begründete Wal-Mart den Verkauf.

«Wir haben den Turn-Around nie geschafft», sagte eine Sprecherin. Wal-Mart Deutschland hatte gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: Einerseits machten das schwache Konsumklima und der harte Preiskampf zu schaffen, andererseits mussten die Amerikaner Millionen in Umbauten, Verteilerzentren und Mitarbeiter-Schulungen investieren. Anders als in den USA setzte Wal-Mart hierzulande weniger auf die klassische Discount-Strategie als auf das SB-Warenhauskonzept.

Eine Milliarde abgeschrieben

Hintergrund:
Mit dem Verkauf an Metro gibt Wal-Mart nach acht Jahren in der Bundesrepublik auf. Damals kam der US-Konzern mit dem Erwerb der Wertkauf- und Interspar-Supermarktketten nach Deutschland. Der weltgrößte Einzelhandelskonzern werde in Folge des Verkaufs im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007 eine Abschreibung auf die Beteiligungen von rund einer Milliarde Dollar vornehmen, teilte das US-Unternehmen am Firmensitz Bentonville im Bundesstaat Arkansas mit.

Die Deutschland-Tochter des US-Konzerns in Wuppertal kündigte an, sie werde mit Metro «eng zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu erreichen». Von den 11.000 Beschäftigten bei Wal-Mart Deutschland sollen so viele wie möglich gehalten werden, sagte ein Metro-Sprecher.

Neuer Real-Chef

Beobachter halten den Schritt für konsequent: Mit einer kritischen Größe könne sich Metro besser am Markt behaupten als Wal-Mart, meinte ein Aktien-Händler. Die Metro-Aktie legte am Freitagvormittag fast drei Prozent zu. Die Transaktion helfe beiden Seiten, kommentierte der Experte: Wal-Mart komme «mit einem blauen Auge» davon, während Metro seine Problemsparte Real stärken, Abläufe vereinfachen und mehr Umsatz generieren könne. Die Metro-Kette ist derzeit in Deutschland mit mehr als 550 SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten präsent.

Die Transaktion werde im laufenden Geschäftsjahr zu einem Einmalertrag führen, ergänzte Metro. Die Tochter Real hatte zuletzt das Konzernergebnis beeinträchtigt. Zugleich erhält Real einen neuen Chef: Wie Metro weiter mitteilte, wird Andreas Riedel neuer Vorsitzender der Geschäftsführung. Der 47-Jährige war bisher Geschäftsführer bei der Deutschen Telekom und dort für die Vertriebsorganisation der T-Punkt-Läden zuständig. Bislang war Stefan Feuerstein bei Metro für die Wiederbelebung des Real-Geschäfts verantwortlich. Er verlässt den Konzern «in freundschaftlichem Einvernehmen», hieß es.

Neuer Vorstand

Stefan Feuerstein Foto: Metro
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Feuerstein war seit acht Jahren bei Metro und seit Anfang 2003 im Vorstand. Zu seinem Nachfolger dort berief der Aufsichtsrat Frans Muller, der bisher die Geschäftsführung der Metro Group Buying International leitete. Muller werde im Vorstand für Einkauf, Werbung, die Gastronomiegesellschaft Dinea sowie für Logistik zuständig sein, wurde mitgeteilt. (nz)
 
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