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«Geschenk» von Springer für Döpfner

20. Jul 2006 15:47
Mathias Döpfner und Friede Springer
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Friede Springer will ihren Vorstandschef langfristig halten: Seit vergangenem Freitag besitzt Mathias Döpfner zwei Prozent am Verlag.

Für Friede Springer ist das «Geschenk» ein «Signal der Wertschätzung» für die Leistung von Vorstandschef Mathias Döpfner: Ziel sei es, ihn langfristig an den größten Zeitungsverlag Europas zu binden, sagte Springer-Sprecherin Edda Fels am Donnerstag im Gespräch mit der Netzeitung. Zuvor hatte der Verlag bekannt gegeben, dass Döpfner insgesamt 680.000 Aktien oder zwei Prozent der Anteile zum Vorzugspreis aus dem persönlichen Besitz der Erbin des Verlagsgründers und Namensgebers erworben hatte.

Sprecherin Fels verwies auch auf den «erfolgreichen Kurs» Döpfners, der Friede Springer zu der Veräußerung bewogen hätte. Das schließe ausdrücklich auch den gescheiterten Versuch ein, die Senderkette ProSiebenSat1 Media zu erwerben: Es nicht zu versuchen, wäre noch schlechter gewesen – und dem Verlag sei dadurch kein finanzieller Verlust entstanden, sagte die Sprecherin.

«Nicht aus der Portokasse bezahlt»

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Auch Döpfner sieht seine berufliche Zukunft wohl bei Springer: Schließlich gehe er ein «großes unternehmerisches Risiko» ein und nehme eine «hohe Verschuldung in Kauf», sagte Fels. «Das kann auch ein Vorstandsvorsitzender von Springer nicht aus der Portokasse zahlen», meinte sie mit Blick auf die Kaufsumme von knapp 52,4 Millionen Euro.

Döpfner erhielt die Aktien demnach zum Vorzugspreis von 77 Euro das Stück. Auf die Differenz zum aktuellen Preis am Markt – 104 Euro, da die Transaktion bereits am vergangenen Freitag abgewickelt worden sei – werde der Vorstandschef «selbstverständlich» Schenkungssteuer entrichten, versicherte die Sprecherin. Der finanzielle Vorteil des Vorstandschefs summiert sich auf fast 18,4 Millionen Euro. Der Satz der Schenkungssteuer beträgt zwischen zwei und 60 Prozent und ist unter anderem vom Grad der Verwandtschaft abhängig.

Vorstand erhielt mehr als zehn Millionen Euro

Hintergrund:
Döpfner hat indes schon seit längerem die Möglichkeit, noch günstiger an Springer-Papiere zu kommen: Abhängig von der Entwicklung des Betriebsergebnisses räumt das Unternehmen seinen vier Vorstandsmitgliedern seit 2004 die Option ein, Aktien zum Preis von 54 Euro das Stück zu kaufen. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht hielten die Spitzenmanager zum vergangenen Jahreswechsel zusammen 62.300 Stück.

Der Besitz muss ebenso wenig individuell ausgewiesen werden wie die jeweilige Vergütung: Die Hauptversammlung des Konzerns hatte beschlossen, dass der ansonsten gesetzlich geforderte Einzelnachweis der Einkommen nicht nötig ist. Daher ist auch nicht genau bekannt, wie viel Döpfner verdient. Zusammen mit den drei übrigen Vorstandsmitglieder nahm er 2005 – einschließlich variabler Vergütungsbestandteile – 10,153 Millionen Euro ein, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Ungewöhnliche Mitteilung

Die ungewöhnliche Mitteilung – ein Unternehmen ist nur dann verpflichtet, Veränderungen im Aktionärskreis bekannt zu machen, wenn mindestens die Schwelle von fünf Prozent der Anteile überschritten wird – begründete Sprecherin Fels damit, dass ein solches Geschäft ohnehin nicht zu verbergen gewesen wäre. In den Blättern des Springer-Verlags tauchte die Nachricht indes bislang ebenso wenig auf wie in Zeitungen der Konkurrenz.

 
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