netzeitung.deVersandhandel spürt Ende der Flaute

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Quelle-Katalog vor Neckermann-Logo (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der deutsche Versandhandel erwartet 2006 ein deutliches Umsatzplus. Nach den vorgezogenen Käufen wegen der Mehrwertsteuer- Erhöhung werde 2007 aber «kein einfaches Jahr» werden.

Der deutsche Versandhandel erwartet in diesem Jahr wegen der wachsenden Beliebtheit des Online-Shoppens und der Kauflust der Verbraucher ein Umsatzplus von drei Prozent. Damit würde der jahrelange Abwärtstrend der Branche gestoppt, teilte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) am Montag in Frankfurt mit. 2005 waren die Umsätze um 1,2 Prozent auf 20 Milliarden Euro geschrumpft.

Probleme hatten vor allem Universalanbieter, zu denen große Versandhäuser wie Quelle und Neckermann gehören. Ihre Umsätze sanken um neun Prozent. Um wieder zu wachsen, haben die Anbieter den Erscheinungsrhythmus ihrer Hauptkataloge geändert und die Kataloge umgebaut. Die Maßnahmen würden aber erst in einer Übergangsphase Erfolg zeigen, sagte BVH-Präsident Rolf Schäfer. Im ersten Halbjahr habe sich das Minus bei den Universalversendern bereits auf 3,5 Prozent reduziert.

Höhere Steuer nicht umzuwälzen
Insgesamt legte der Umsatz des Versandhandels in den ersten sechs Monaten um drei Prozent zu. «Die Situation ist besser geworden», sagte Schäfer. Die Fußball-WM habe die Verbraucher nicht vom Versandkauf abgehalten. Schäfer zeigte sich zuversichtlich, dass vorgezogene Käufe vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent die Branche in der zweiten Jahreshälfte stärken würden.

Allerdings glaubt der Verbandspräsident, dass die Branche einen erheblichen Teil der Mehrwertsteuer-Erhöhung nicht an die Konsumenten weitergeben kann. Die langen Laufzeiten der Kataloge über den Jahreswechsel hinweg sowie deren Vergleichbarkeit mache dies unmöglich, erklärte Schäfer.

Markt größer als bisher vermutet
Nach einer Umfrage des BVH unter Verbrauchern ist der Markt inklusive Internet-Anbietern wie dem Auktionshaus Ebay größer als bisher vermutet. In diesem Jahr werde die gesamte Branche – also Versandhandel, Internet-Anbieter, gewerbliche Verkäufer bei Ebay (so genannte Powerseller), TV-Shopper und Online-Verkauf von Einzelhändlern – rund 26,3 Milliarden Euro umfassen. Das wären rund 30 Prozent mehr als bisher bekannt, hieß es.

Der Versandhandel erreicht damit einen Rekordanteil am gesamten deutschen Einzelhandel von 6,8 Prozent. Das kommende Jahr werde dagegen nicht nur wegen der Mehrwertsteuererhöhung, sondern auch wegen der Belastung der Verbraucher durch die Gesundheitsreform «kein einfaches Jahr» für den Versandhandel, warnte Schäfer.

Kleidung geht am besten
Statistisch gesehen gibt jeder Bundesbürger im Schnitt 318 Euro im Jahr im Versandhandel aus, wie aus der Umfrage von TNS Infratest unter rund 24.000 Verbrauchern hervorgeht. Dem Verband zufolge sind 51,8 Millionen Bundesbürger Versandhauskäufer: 27 Millionen Frauen und knapp 25 Millionen Männer. Dabei seien Frauen die besten Kunden, hieß es. Sie bestellten für 16 Milliarden Euro im Jahr, Männer dagegen nur für 10,3 Milliarden Euro.

Am häufigsten wird im Versandhandel Bekleidung bestellt, mit deutlichem Abstand vor Büchern, Bild- und Tonträgern. Das mit Abstand größte Gewicht am Markt mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro haben den Angaben zufolge die Versender, die ihre Produkte sowohl per Katalog als auch per Internet anbieten. Die reinen Internetversender kommen auf fast drei Milliarden Euro. (nz)