netzeitung.deJeder zehnte Benq-Mitarbeiter soll gehen

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Handyfertigung (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Handyfertigung
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Das Geschäft mit Handys läuft für Benq in Deutschland offenbar alles andere als optimal: Hunderte Mitarbeiter müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Der taiwanesische Technologiekonzern Benq will in Deutschland etwa 300 Arbeitsplätze streichen. Eine Restrukturierung des Handy-Geschäfts sei notwendig, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag. Benq hatte vor einem Dreivierteljahr die Mobiltelefonsparte von Siemens
übernommen.

In Deutschland sind rund 3300 Menschen für Benq im Handy-Geschäft tätig. «Nach derzeitigem Planungsstand wären von diesen Überlegungen bis zu zehn Prozent der Belegschaft in Deutschland betroffen», sagte der Sprecher. Details stünden jedoch noch nicht fest. Zunächst werde Benq mit Arbeitnehmervertretern sprechen.

Gewisse Startschwierigkeiten
Einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» wies der Unternehmenssprecher als definitiv falsch zurück. Die Zeitung hatte berichtet, rund ein Viertel der in Deutschland Beschäftigten sei gefährdet.

Zu den möglichen Hintergründen für den geplanten Stellenabbau sagte der Sprecher, es gebe gewisse Startschwierigkeiten. Die neuen Modelle seien nicht schnell genug auf den Markt gekommen. Zuletzt war der Anteil von Siemens-Benq-Geräten auf 3,5 Prozent gesunken. Mittelfristig strebt das taiwanesische Unternehmen einen Marktanteil von zehn Prozent an.

Ein Grund zur Sorge sei der schleppende Absatz nicht. Entscheidend sei das Weihnachtsgeschäft, betonte der Sprecher.

Ziele noch im März bekräftigt
An welchen der drei deutschen Standorte welche Stellen gestrichen werden, steht den Angaben zufolge nicht fest. Für die 1400 Mitarbeiter in Entwicklung, Marketing und Verwaltung in München gibt es keinen besonderen Kündigungsschutz. Die Produktion in Kamp-Lintfort und Bocholt mit rund 1900 Beschäftigten ist hingegen durch einen Ergänzungstarifvertrag bis Ende dieses Jahres gesichert.

Noch im März hatte Benq-Mobile-Geschäftsführer Clemens Joos das Ziel bekräftigt, bis Ende 2006 die Gewinnzone erreichen zu wollen. Bei den geplanten Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro in diesem Jahr sei das Unternehmen im Plan, sagte er damals. Das neue Unternehmen hatte zum 1. Oktober 2005 den Geschäftsbetrieb aufgenommen. (nz)