27.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Sony-BMG-Gebäude in München
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bertelsmann hat Gerüchte dementiert, wonach Sony seine Anteile am Musik-Joint-Venture Sony BMG aufstocken wird. Es gibt einem Sprecher zufolge keine Pläne zum Verkauf von Anteilen an dem Gemeinschaftsunternehmen.
Der Bertelsmann-Konzern hält an seiner 50-Prozent-Beteiligung an der weltweit zweitgrößten Plattenfirma Sony BMG fest. Ein Konzern-Sprecher verwies am Dienstag in Gütersloh auf die Äußerungen von Vorstandschef Gunter Thielen in der vergangenen Woche, wonach es keine Pläne zum Verkauf von Anteilen gibt. Bertelsmann hatte bereits zuvor betont, dass der Konzern sich aus dem Musikverlag BMG Music Publishing zurückziehe, aber gleichzeitig an Sony BMG festhält.
Japanische Medien hatte zuvor berichtet, dass der japanische Elektronikkonzern Sony eine Aufstockung seiner Beteiligung an Sony BMG vorbereitet. Die Zeitung «Nihon Keizai» berichtete, derzeit liefen Gespräche mit dem Partner Bertelsmann.
Spekulationen um FrèreHintergrund der Gerüchte über Sony BMG ist die Verhinderung eines Börsengangs des Bertelsmann-Konzerns durch die Eigner-Familien Mohn: Sie hatte dem bisherigen Partner Albert Frère, der über seine Holding GBL 25,1 Prozent am Konzern hielt, mit 4,5 Milliarden Euro ausbezahlt, um seiner Option, die Sperrminorität über die Börse zu verkaufen, zu vereiteln. Seit dem wird spekuliert, der Bertelsmann-Anteil am Musik-Joint-Venture könne zur Finanzierung der Transaktion gesenkt werden.
Dabei wurde nicht nur über eine komplette Trennung, sondern auch eine Erhöhung des Sony-Anteils über die bisher gehaltene Hälfte hinaus spekuliert. Sony und Bertelsmann halten jeweils 50 Prozent an Sony BMG. Bertelsmann hat entsprechende Berichte stets zurückgewiesen. Die Veröffentlichung in japanischen Medien sorgte allerdings am Dienstag für einen Abschlag von 1,5 Prozent bei der Sony-Aktie. (nz)