netzeitung.deKritik an der Allianz nimmt an Schärfe zu

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Jürgen Rüttgers (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jürgen Rüttgers
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Die Politik kann den massiven Jobabbau bei der Allianz nicht nachvollziehen: «Wo bleibt die Kundennähe?» fragt sich NRW-Ministerpräsident Rüttgers. Noch deutlicher wird Linken-Chef Lafontaine.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat den drastischen Stellenabbau beim Versicherungskonzern Allianz
scharf kritisiert. «Mir ist unverständlich, wie der Konzern mit seinen Mitarbeitern umgeht», sagte er am Freitag in Düsseldorf.

Deutschlands größter Versicherungskonzern will rund 7500 Arbeitsplätze streichen, davon mehrere hundert in Nordrhein-Westfalen an den Standorten Köln, Dortmund und Aachen. Das Unternehmen begründet den Schritt, über den schon seit Monaten spekuliert wird, mit sinkenden Marktanteilen in Deutschland.

Rüttgers fordert Gespräche
Rüttgers forderte die Führung des Allianz-Konzerns zu «ergebnisoffenen Gesprächen» auf. Die Pläne des Vorstands berührten das Schicksal vieler tausend Beschäftigter und ihrer Familien, sagte der CDU-Politiker. «Solche Ankündigungen darf man nicht machen, ohne den Mitarbeitern zu sagen, was aus ihnen wird.» Er frage sich, «wenn man so mit seinen Mitarbeitern umgeht, wie man dann mit seinen Kunden umgeht.»

Als «ebenso unverständlich» bezeichnete Rüttgers den weit gehenden Rückzug der Allianz aus Nordrhein-Westfalen. NRW sei der zweitgrößte Versicherungsstandort in Deutschland. «Hier leben die meisten Versicherungskunden. Die sollen jetzt von anderen Standorten betreut werden. Wo bleibt da die Kundennähe?»

Lafontaine: Manager kriegen den Hals nicht voll
Noch schärfer fiel die Kritik des Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Oskar Lafontaine, aus: «Die Manager kriegen den Hals nicht voll», wetterte er. «Grundlage ihres skrupellosen Handels sind die unverschämten Renditeerwartungen und ihre Bezahlung mit Aktienoptionen.» Um die Börsenkurse steigen zu lassen und so den eigenen Reichtum zu mehren, betrieben die Manager «einen unverantwortlichen Stellenabbau».

Der Betriebsrat der Allianz kündigte unterdessen an, die Pläne des Unternehmens durch einen externen Gutachter prüfen zu lassen. «Wir versuchen, das Management von den Plänen abzubringen», sagte Allianz-Betriebsratschef Norbert Blix. (nz)