22.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Allianz-Tochter Dresdner Bank
Foto: Stefan Krutsch, Dresdner Bank
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach einer Streichrunde bleibt nicht einmal die Hälfte der Allianz-Standorte in Deutschland erhalten. Der Versicherer erhofft sich Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro.
Die Allianz
hat den seit Tagen erwarteten Plan zum Stellenabbau in Deutschland vorgelegt: Demnach streicht das Unternehmen in den Versicherungssparten in Deutschland 5000 Stellen. Hinzu kommen bei der Tochter Dresdner Bank weitere 2480 Stellen, wie der Konzern am Donnerstag in München mitteilte.
Von den Stellenstreichungen verspricht sich das Unternehmen Einsparungen von 500 bis 600 Millionen Euro im Jahr. Die Kosten der Restrukturierung gab die Allianz mit etwa einer halben Milliarde Euro an. Von den 5000 Jobs, die gestrichen werden, entfallen 1000 auf die Lebens-Versicherungssparte, 700 auf das Krankenversicherungsgeschäft sowie 3300 auf die Versicherung. 700 Jobs fallen im Vertriebs- und Beratungsgeschäft weg.
«Die Allianz verliert seit Jahren Marktanteile», begründete der Chef des Deutschlandgeschäfts, Gerhard Rupprecht, den Stellenabbau. Mit der Neuordnung des Geschäfts solle dieser Trend umgekehrt werden. Rupprecht verwies außerdem auf den wachsenden Kostendruck in der Versicherungswirtschaft.
Standorte werden geschlossenMit den Stellenstreichungen soll auch eine Reduzierung der Verwaltungsstandorte einhergehen. Von derzeit 21 Standorten bleiben lediglich zehn übrig. Außerdem sollen den Plänen zufolge vier Dienstleistungsgebiete geschaffen werden, die von jeweils einem Großstandort verwaltet werden: Das sind Berlin, München, Hamburg gemeinsam mit Bremen und Hannover sowie Stuttgart zusammen mit Karlsruhe. Darüber hinaus seien so genannte Kompetenzzentren in Leipzig, Nürnberg und in Frankfurt vorgesehen, hieß es.
Der Standort Köln, die Nebenstandorte der Sachversicherung in Mainz, Aachen, Hannover, Augsburg, Freiburg, Mannheim, Nürnberg, Magdeburg und Ulm, die Niederlassung der Lebensversicherung in Frankfurt und die Niederlassung der Krankenversicherung in Dortmund werden hingegen geschlossen.
Kündigungen nicht ausgeschlossenZwar soll der Stellenabbau sozialverträglich abgewickelt werden - betriebsbedingte Kündigungen schloss Rupprecht allerdings nicht aus: Ob der tarifvertraglich geregelte Verzicht auf Kündigungen über 2007 hinaus verlängert wird, hänge vom Erreichen bestimmter Kosten- und Wachstumsziele ab, sagte er.
Mit den Gewerkschaften hatte die Allianz-Versicherung bereits im April einen Sozialplan vereinbart und zugesagt, bis Ende 2007 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. In den vergangenen Tagen war über den Abbau von insgesamt 10.000 Stellen bei Allianz und Dresdner Bank spekuliert worden. (nz)