netzeitung.deDuMont-Verlag vor Kauf der «FR»

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Der Redaktionssitz der 'Frankfurter Rundschau' (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Redaktionssitz der 'Frankfurter Rundschau'
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Dass das «Paket bei den Kölner landet», steht angeblich schon fest: Der Verlag DuMont Schauberg soll bereit sein, mehr als 30 Millionen Euro für die Mehrheit bei der «Frankfurter Rundschau» zu zahlen.

Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» spricht derzeit alles dafür, dass der Kölner Verlag DuMont Schauberg der neue Mehrheitseigner der angeschlagenen «Frankfurter Rundschau» wird. «Wenn nichts dazwischenkommt, landet das Paket bei den Kölnern» zitierte das Blatt am Montag einen ungenannten Eingeweihten. Die «meisten Streitpunkte» seien erledigt. Demnach soll der Kaufpreis bei mehr als 30 Millionen Euro liegen.

Der Verleger Alfred Neven DuMont würde dafür die Mehrheit der Anteile am «FR»-Mutterhaus Druck- und Verlagshaus Frankfurt übernehmen, die noch bei der SPD-Medienholding DDVG liegen. Die Parteiholding hatte im Frühjahr 2004 90 Prozent der Anteile erworben, um die Zahlungsfähigkeit des linksliberalen Blattes zu gewährleisten. SPD-Schatzmeisterin Ingrid Wettig-Danielmeier hatte indes stets klar gemacht, die Partei betrachte den Einstieg als nur vorübergehend.

Hoher Verlustvortrag reizt
Andere Interessenten seien nur «Ausfall-Positionen», berichtete die «Süddeutsche» weiter. Dazu zählten unter anderem das hannoversche Verlagshaus Madsack, der Essener WAZ-Konzern und die Holtzbrinck-Gruppe, in der auch «Die Zeit» und das «Handelsblatt» erscheinen. Weitere Interessenten, darunter der konservative Verleger Dirk Ippen, und die Verlagsgruppe Rhein-Mainz mit ihrem Flaggschiff, der «Allgemeinen Zeitung» aus Mainz, seien vor allem von kartellrechtlichen Bedenken abgeschreckt worden. Vor allem die Belegschaft hatte sich auch um eine Übernahme durch die auch Heuschrecken genannten Finanzinvestoren gesorgt, die zuletzt bei der «Berliner Zeitung» eingestiegen waren.

Die «FR» leidet seit Jahren unter Auflagenschwund. Die überregionale Zeitung erwirtschaftete 2005 einen Betriebsverlust von etwa zehn Millionen Euro, wie die «Süddeutsche» berichtete. Das ist nur noch ein Drittel des operativen Fehlbetrags von 2004. Trotz großer Einsparungen würden wohl auch in diesem Jahr letztlich rote Zahlen bleiben, hieß es weiter. Den DuMont-Verlag könnten demnach der aufgelaufene Verlustvortrag von bis zu 98 Millionen Euro reizen, die steuermindern geltend gemacht werden können. (nz)