Telekom rückt von Partner Premiere ab
01.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Damit ist einmal mehr fraglich, ob Premiere trotz der Partnerschaft mit der Telekom in der kommenden Saison außerhalb des Internets noch Liga-Fußball live übertragen kann: Der Bezahlsender war Ende vergangenen Jahres bei der Rechtevergabe durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) von Arena ausgestochen worden, einer Tochter von Kabelgesellschaften. Die wollen nun ihr eigenes Pay-TV-Angebot aufbauen. Premiere-Chef Georg Kofler hatte indes behauptet, die von der Telekom erworbenen Internetrechte seien auch bei einer Übertragung über Satellit oder Kabel gültig solange technisch der Internet-TV-Standard IPTV eingesetzt werde.
Wie wichtig eine Übertragung außerhalb des Internets für Premiere gewesen werde, zeigte sich am Donnerstagmorgen an der Frankfurter Börse: Der Aktienkurs brach abermals um fast sieben Prozent ein. Nach dem Verlust der Fußball-Live-Rechte hatte er sich annähernd halbiert. Hintergrund ist, dass Premiere trotzt Partnerschaft mit der Telekom nur wenige Kunden über das Internet erreichen dürfte: Die Übertragung funktioniert nur im neuen, superschnellen VDSL-Datennetz der Telekom das aber befindet sich derzeit erst im Aufbau.
Wie die «FTD» weiter berichtete, sollen die Rechte für die Liveübertragung auf das Handy zwischen fünf und zehn Millionen Euro wert sein. Die Namensrechte würden auf 30 bis 45 Millionen Euro taxiert. Damit sie endgültig auf die vermeintlichen Rechte, die aus dem Erwerb der Internetrechte resultierten, verzichtet, verlangt die Telekom von der DFL offenbar einen Nachlass beim Verkauf der übrigen Rechte: «Es ist klar, dass ein Kompromiss beiden Seiten die Chance geben muss, das Gesicht zu wahren», zitierte das Wirtschaftsblatt eine ungenannte Quelle aus dem Umfeld der Liga. (nz)

